Wie Stifte, Klöster und Adelsfamilien zu Land und Reichtum kamen

Die mächtigen Grundbesitzer des alten Sauerlandes

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Ein Hof in Westernbödefeld, eine Wiese bei Meschede, ein Waldstück bei Voßwinkel – wer vor einigen Jahrhunderten im Sauerland Land bewirtschaftete, war deshalb noch lange nicht dessen Eigentümer. Oft standen die Höfe und Grundstücke unter der Grundherrschaft eines Stifts, eines Klosters oder einer Adelsfamilie. Manchmal hatten sogar mehrere Herren unterschiedliche Rechte an demselben Hof. Dabei bedeutete Grundherrschaft nicht immer Eigentum im heutigen Sinne. Oft standen einem Herrn lediglich bestimmte Rechte zu, beispielsweise auf Abgaben oder Arbeitsleistungen der Bauern.

Zu den bedeutendsten Grundbesitzern des alten Sauerlandes gehörten das Stift Meschede, das Kloster Grafschaft und die Adelsfamilie von Fürstenberg. Ihre Besitzungen umfassten zahlreiche Höfe, Äcker, Wiesen und Wälder. Hinzu kamen Mühlen, Fischereirechte und andere Einkommensquellen.

Warum verschenkte man früher ganze Höfe?
Im Mittelalter übertrugen Adlige, wohlhabende Bürger und andere Grundbesitzer häufig Höfe, Land oder Einkünfte an Kirchen und Klöster. Dahinter standen meist religiöse Motive: Die Geistlichen sollten für die Stifter und ihre Angehörigen beten. Weitere Schenkungen dienten der Versorgung von Familienmitgliedern oder der Finanzierung kirchlicher Aufgaben. Da die Stifter nicht selten Rechte behielten oder Gegenleistungen erhielten, waren solche Schenkungen oft nicht völlig uneigennützig.

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