Wie Stifte, Klöster und Adelsfamilien zu Land und Reichtum kamen

Die mächtigen Grundbesitzer des alten Sauerlandes

Die Familie von Fürstenberg – Reichtum durch geschickte Besitzpolitik

Während die geistlichen Einrichtungen ihren Besitz vor allem durch Schenkungen, Stiftungen und Erwerbungen vermehrten, bauten die Fürstenbergs ihr Vermögen insbesondere durch Erbschaften, Heiraten, gezielte Käufe und die Übernahme von Herrschaftsrechten aus.

Eine entscheidende Rolle spielte Kaspar von Fürstenberg (1545–1618), eine der einflussreichen Persönlichkeiten des kurkölnischen Herzogtums Westfalen. 1573 übernahm er die erbliche Hauptvogtei über das Kloster Grafschaft. Weitere Güter, Pfandschaften und Herrschaftsrechte kamen hinzu.

Seine Nachkommen und weitere Familienmitglieder setzten diese Erwerbspolitik fort. 1618 erwarb der Paderborner Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg das Rittergut Herdringen und überließ es seinem Neffen Friedrich. Im Laufe der Zeit gehörten zahlreiche Rittergüter, Herrensitze und Ländereien zum Familienvermögen.

Mit bestimmten Besitzungen waren nicht nur Einkünfte, sondern auch Gerichtsrechte und gesellschaftliche Vorrechte verbunden. Die Adelsfamilien beeinflussten damit vielerorts die Verwaltung, die Rechtsprechung und das Leben der Bevölkerung.

Besitz der Familie von Fürstenberg außerhalb des Sauerlandes:
Die Herrlichkeit [1] Horst im heutigen Gelsenkirchen, die Burg Obsinnich im heutigen Belfien und das Haus Bitz im heutigen Frechen bei Köln gehörten auch zum Besitz der Fürstenbergs.

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