Das Stift Meschede
Das im 9. Jahrhundert gegründete Stift Meschede gehörte zu den bedeutenden geistlichen Grundherren Westfalens. Durch Schenkungen, Stiftungen und Erwerbungen wuchs sein Besitz über Jahrhunderte.
Um 1300 umfasste seine Grundherrschaft rund 40 Fronhöfe mit etwa 400 abgaben- und dienstpflichtigen Bauerngütern. Der gesamte Grundbesitz belief sich auf ungefähr 6.500 Hektar und reichte weit über das heutige Sauerland hinaus.
Von den abhängigen Höfen erhielt das Stift Getreide, Vieh, Geldzahlungen und Arbeitsleistungen. Verwaltet wurde der umfangreiche Besitz über Fronhöfe, denen weitere Bauerngüter zugeordnet waren.
Auch im 17. Jahrhundert bestanden noch zahlreiche grundherrliche Beziehungen. In Drasenbeck, Horbach, Westernbödefeld und anderen Orten lassen sich entsprechende Güter und Abgaben nachweisen. Allerdings hatten sich die Besitzverhältnisse inzwischen teilweise verändert. Nicht alle mittelalterlichen Güter gehörten dem Stift noch im 17. oder 18. Jahrhundert.
Besitz des Stifts Meschede außerhalb des Sauerlandes:
Besonders umfangreich war sein Besitz in der Soester Börde. Allein zum Haupthof Epsingsen gehörten 40 Hofgüter. Weitere Besitzungen lagen unter anderem in Ampen, Schmerlecke, Anröchte, Lippborg und Ergste bei Schwerte. Hinzu kamen Salzrechte in Sassendorf und Westernkotten. Dazu kam der Weinhof in Limperich bei Bonn, zu dem weitere Besitzungen in Vilich, Beuel und Rheindorf gehörten 1412 tauschte das Stift seine rheinischen Güter gegen Besitzungen im Raum Geseke.

