Wie Stifte, Klöster und Adelsfamilien zu Land und Reichtum kamen

Die mächtigen Grundbesitzer des alten Sauerlandes

Das Kloster Grafschaft

Als Erzbischof Anno II. von Köln 1072 das Benediktinerkloster Grafschaft gründete, stattete er es mit Gütern und Einkünften aus. Weitere Schenkungen und Erwerbungen vergrößerten den Besitz. Dazu gehörten Bauernhöfe, Äcker, Wiesen und Wälder, die teils vom Kloster selbst bewirtschaftet, teils gegen Abgaben und Dienste an Bauern vergeben wurden. Auch hier reichten die Besitzungen weit über die nähere Umgebung hinaus.

Eine Besonderheit war die enge Verbindung zum Adel. Die Vogtei über das Kloster lag lange Zeit bei adeligen Familien. Der Vogt sollte das Kloster nach außen schützen und bestimmte weltliche Rechte ausüben, zu denen auch gerichtliche Befugnisse gehören konnten. Während das Kloster eigene Güter und Einkünfte besaß, übten die adeligen Vögte somit bestimmte Herrschaftsrechte aus.

Nach der Aufhebung des Klosters 1803 folgte 1827 eine interessante Wendung: Die Familie von Fürstenberg erwarb die ehemalige Klosteranlage vom inzwischen zuständigen preußischen Staat. Damit gelangte das Gebäude in den Besitz jener Familie, die dort bereits seit dem 16. Jahrhundert Vogteirechte ausgeübt hatte.

Besitz des Klosters Grafschaft außerhalb des Sauerlandes:
Höfe und kirchliche Rechte im Raum Lüdenscheid, Herscheid, Valbert und Hemer sowie Grundbesitz im Hellweggebiet. Weinberge bei Bacharach und Linz am Rhein. Diese rheinischen Besitztümer gelangten nach der Aufhebung des Klosters an die Familie von Fürstenberg.

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