Text: Sabina Butz
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Honig und Bienenwachs gehören zu den ältesten genutzten Naturprodukten der Menschheit. Bereits seit der Jungsteinzeit sind ihre Verwendung als Nahrungsmittel, Süßstoff, Heilmittel und für kultische Zwecke belegt. In Ägypten dienten Honig und Wachs zusätzlich zur Einbalsamierung. Im europäischen Mittelalter gewann die Bienenhaltung große Bedeutung: Honig war der wichtigste Süßstoff, und Bienenwachs wurde für Kirchenkerzen, Siegel und zahlreiche handwerkliche Anwendungen benötigt. Wachs galt als Luxusgut und blieb Klöstern, Kirchen und dem Adel vorbehalten. Honig hingegen wurde auch von der einfachen Bevölkerung als Heilmittel genutzt, obwohl er kostspielig war.

Zeidlerei – die Waldimkerei des Mittelalters

Im deutschsprachigen Raum bildete sich im 14. Jahrhundert die Zunft der Zeidler heraus. Sie gewannen Honig aus wilden oder halbwilden Bienenvölkern, die in ausgehöhlten Baumstämmen lebten. Die Zeidlerei war vor allem in ausgedehnten Nadelwaldgebieten Süd-, Ost- und Mitteldeutschlands verbreitet, etwa im Nürnberger Reichswald oder im Fichtelgebirge. Die Zeidler verfügten über eigene Rechtsprivilegien und eine spezialisierte Ausrüstung, darunter Kletterseile und Werkzeuge zum Ausschneiden der Waben.

In Westfalen fehlten die geeigneten Baumarten und Waldstrukturen, sodass sich die Zeidlerei dort kaum etablieren konnte.

Foto oben: Hamschmidt, Winfried (Nachlass) © LWL-Medienzentrum für Westfalen

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