Wie Kleinbahnen Neheim, Soest, Brilon und das Möhnetal miteinander verbanden.

Als „Pengel-Anton“ durchs Sauerland dampfte

Als „Pengel-Anton“ durchs Sauerland dampfte

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer um 1900 in Neheim unterwegs war, konnte der Eisenbahn erstaunlich nahe kommen. Die Kleinbahn verlief nicht ausschließlich auf einer eigenen Trasse außerhalb der Bebauung. Innerhalb des Ortes führten die Schienen stellenweise mitten durch die Straßen. Historische Aufnahmen zeigen die Bahn beispielsweise in der Friedrichstraße. Wenn sich dort eine Dampflok zwischen Häusern, Fuhrwerken und Fußgängern ihren Weg bahnte, musste sie auf sich aufmerksam machen. Immer wieder erklang ihre Glocke: „Peng, peng, peng“. Aus diesem charakteristischen Geräusch entstand ein Name, der sich tief im Gedächtnis der Region verankerte: der „Pengel-Anton“.

Eine Bahn von Neheim nach Soest

Der Bau einer Kleinbahn von Hovestadt über Soest bis nach Neheim war bereits einige Jahre zuvor beschlossen worden. Zusätzlich war eine Abzweigung nach Werl vorgesehen.

Am frühen Morgen des 1. Mai 1898 nahm die Strecke schließlich ihren Betrieb auf. Um 6.30 Uhr startete in Neheim die Jungfernfahrt. Von Neheim aus führte sie über Ostönnen nach Soest und weiter bis Hovestadt. Mit einer Länge von knapp 45 Kilometern stellte die neue Verbindung für die Menschen entlang der Strecke einen erheblichen Fortschritt dar. In einer Zeit ohne privaten Autoverkehr wurden Orte schneller erreichbar, Waren konnten leichter transportiert werden, und die Bahn verknüpfte ländliche Gemeinden enger mit den Städten und ihren Märkten.

Foto oben: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, Gremmendorf, Pängelanton — 2020 — 9562” / CC BY-SA 4.0 via wikimedia commons

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