Wie Kleinbahnen Neheim, Soest, Brilon und das Möhnetal miteinander verbanden.

Als „Pengel-Anton“ durchs Sauerland dampfte

Als „Pengel-Anton“ durchs Sauerland dampfte

Mit der Dampflok durch Neheim

Der Kleinbahnhof am Bahnhof Neheim-Hüsten entwickelte sich zum betrieblichen Mittelpunkt des südlichen Streckennetzes. Hier wurden Güter auf die Ruhrtalbahn umgeladen, und hier befanden sich die Anlagen zur Versorgung und Unterbringung der Lokomotiven.

Besonders ungewöhnlich war die Fahrt durch Neheim. Am Haltepunkt Neheim Stadt verließ die Kleinbahn ihre eigene Trasse und durchquerte die Innenstadt beinahe wie eine Straßenbahn. Wegen seiner Nähe zur evangelischen Kirche an der Burgstraße wurde dieser Haltepunkt im Volksmund sogar „Evangelischer Bahnhof“ genannt.

Historische Fotografien belegen, dass die Schienen durch die Friedrichstraße verliefen. Aufnahmen dieser Strecke waren später zunächst irrtümlich der Goethestraße zugeordnet worden. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte korrigierte die Ortsangabe ausdrücklich zugunsten der Friedrichstraße.

Hier wird auch deutlich, warum die Glocke der Kleinbahn so wichtig war. Schranken gab es an vielen Übergängen nicht. Deshalb musste die Bahn Fußgänger und Fuhrwerke durch ihr weithin hörbares Läuten warnen. Die Stadt Soest führt den Namen „Pengel-Anton“ ausdrücklich auf dieses ständige „peng-peng-peng“ der Lokomotivglocke zurück.

1910 – Endhaltestelle Arnsberg, Jägerbrücke
Foto: ©RLG

Nicht nur ein „Pengel-Anton“

Allerdings gab es nicht den einen Pengel-Anton. Der volkstümliche Name wurde in Westfalen für verschiedene Klein- und Nebenbahnen verwendet. So bezeichnete man auch die Züge der Westfälischen Landes-Eisenbahn im Möhnetal auf diese Weise. Zahlreiche unbeschrankte Übergänge machten dort ebenfalls häufiges Läuten und Pfeifen erforderlich.

Während die Kleinbahn zwischen Neheim und Soest ihren Betrieb aufnahm, entstand weiter östlich nahezu gleichzeitig eine weitere wichtige Eisenbahnverbindung.

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