Ein großer Barockbaumeister mit familiären Wurzeln und bedeutenden Spuren im Sauerland

Johann Conrad Schlaun und das Sauerland

Johann Conrad Schlaun und das Sauerland

Text:
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Johann Conrad Schlaaun (1695-1773) zählt zu den bedeutendsten Barockbaumeistern Westfalens. Auch im Sauerland hinterließ er wichtige Spuren, zudem reichen seine familiären Wurzeln in die Region zurück.

Sein Großvater Johannes Schlun wurde 1611 in Brilon-Madfeld geboren und lebte später in Ahden im heutigen Kreis Paderborn, wo er 1692 starb. Der Familienname lautete ursprünglich Schlun oder Schluen. Auch Johann Conrad verwendete zunächst diese Schreibweise und nannte sich erst seit den 1720er-Jahren Schlaun. Nach seinem Wechsel nach Bonn im Jahr 1724 setzte sich die hochdeutsche Namensform endgültig durch.

Schlauns Vater Henricus Schluen war seit 1694 als Richter und Verwalter des Klosters Hardehausen in Nörde tätig. Dort wuchs Johann Conrad auf. Der Vater förderte offenbar gezielt dessen Ausbildung: Aus den Rechnungen des Klosters ist eine Zahlung von 30 Reichstalern überliefert, die für die weitere Ausbildung des Sohnes in der Baukunst bestimmt war.

Johann Conrad Schlaun, Porträt von Matthias Kappers, um 1765

Schlauns auffällige Gesichtszüge könnten auf Rosazea zurückgehen, eine Hauterkrankung, die möglicherweise durch Stress verstärkt wurde

Foto: Attributed to Matthias Kappers, Public domain, via Wikimedia Commons

Nach einer dreijährigen Bildungsreise, die ihn nach Würzburg, Wien, Rom und Paris führte, kehrte Schlaun 1723 zurück und erhielt schon bald bedeutende Aufträge. Besonders die römische Barockarchitektur prägte seinen Stil: Anregungen für manche seiner Gestaltungsformen fand er unter anderem an den aus Backstein errichteten Nebenfassaden älterer Barockbauten.

Zu seinen ersten großen kurfürstlichen Bauaufgaben gehörte ab 1725 Schloss Augustusburg in Brühl.

Foto oben: Schloss Arnsberg, Ausschnitt aus dem Bild von Nikolaus Mettel, nach einer Zeichnung von Johann Martin Metz, Public domain, via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2 3 4