Eine Sägemühle und der Ärger mit dem Bergamt
Im Jahr 1711 berichteten die kurkölnischen Bergbehörden über eine Sägemühle, die ein Herr von Schade zu Antfeld etwa zwei Jahre zuvor in Grimlinghausen hatte errichten lassen. Die Angelegenheit war offenbar nicht ganz unproblematisch. Nach Ansicht der Bergbehörde verstieß der Bau gegen Bestimmungen der geltenden Bergordnung. Von Schade wurde deshalb vorgeladen, erschien jedoch offenbar nicht. Die Quelle hält ausdrücklich fest, dass die Mühle „gegen den klaren Buchstaben der Bergordnung“ erbaut worden sei.
Ein Freiherr als Herr von Grimlinghausen
Wem Grimlinghausen im 18. Jahrhundert herrschaftlich zugeordnet war, lässt sich durch eine weitere Urkunde belegen. Am 21. Februar 1775 bezeichnet sich Joseph Anton Freiherr von Schade ausdrücklich als Herr zu Antfeld, Westernkotten, Grimlinghausen und Eßinghausen (Esshoff). Damit wird deutlich, dass die Familie von Schade nicht nur wirtschaftliche Interessen in Grimlinghausen besaß, sondern dort auch herrschaftliche Rechte ausübte. Ob ihr sämtliche Höfe des Ortes gehörten, ist jedoch nicht bekannt.
Was von Raban geblieben ist
Von Raban, dem Jungen, der 1648 in Bigge getauft wurde, ist nicht viel geblieben: sein Name, die Namen seiner Eltern, ein späterer Hinweis auf ein eigenes Kind und einige offene Fragen. Vielleicht verbrachte er sein ganzes Leben in Grimlinghausen. Vielleicht zog er irgendwann fort. Die Kirchenbücher verraten es uns nicht.
Quellen:
Kirchenbuch der katholischen Pfarrei St. Martin in Bigge
Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn: Urkunde vom 16. Januar 1436 über Hinrich von Grimlinghausen, Bürger zu Kallenhardt.
Wilfried Reininghaus und Reinhard Köhne: Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen.
Landständisches Archiv Arnsberg: Kopfschatzregister von 1685
Kreisarchiv Warendorf, Stadt Beckum: Urkunden Nr. 841, Freibrief vom 21. Februar 1775

