Die Menschen von Grimlinghausen
Im 17. Jahrhundert lassen sich zahlreiche Familien aus Grimlinghausen in den Kirchenbüchern nachweisen. Gut fünfzig Taufen, darunter acht unehelich geborene Kinder. Zu ihnen gehörte auch Johann Henrich Günsten, der Sohn von Raban Norman und Gertrud Günsten. Johanns Mutter stammte aus Antfeld und lebte später in Grimlinghausen. Zum Zeitpunkt der Taufe waren die Eltern nicht miteinander verheiratet.
Die adeligen Besitzer
Die Besitzverhältnisse Grimlinghausens lassen sich zumindest teilweise nachvollziehen. Die Familie von Berninghausen besaß über lange Zeit einen Anteil am Rittergut Antfeld.
Dass ihre Besitzungen bis in den Raum Nuttlar reichten, zeigt eine Urkunde vom 10. August 1669. Darin verkaufte Johann Rabe von Berninghausen Grundstücke an der Nuttlarer Grenze und im Schlingksiepen an Gördten Huckelheim aus Nuttlar.
Ob die Familie auch in Grimlinghausen selbst Grundbesitz hatte, ist bislang nicht geklärt. Dass dort jedoch adeliger Besitz vorhanden war, geht aus alten Steuerregistern hervor.
Im Kopfschatzregister von 1685 wird Grimlinghausen unter den adeligen Häusern des Briloner Quartals aufgeführt. Ein weiteres Steuerregister aus dem Jahr 1717 nennt ausdrücklich ein „Haus Grimlinghausen“. Dabei muss man sich nicht zwingend ein Schloss vorstellen. Ebenso könnte es sich um einen adeligen Gutshof mit den dazugehörigen Ländereien und Rechten gehandelt haben.
Im späten 17. Jahrhundert änderten sich die Besitzverhältnisse im benachbarten Antfeld. Reinhard Caspar von Schade zu Blessenohl kaufte 1686 zunächst den Anteil der Familie von Galen. 1691 erwarb er auch die andere Hälfte von Johannetta Maria von Berninghausen. Spätestens im frühen 18. Jahrhundert taucht der Name der Familie von Schade auch in Grimlinghausen auf.

