Ein kleiner Ort mit langer Geschichte
Grimlinghausen liegt abseits der größeren Verkehrswege in einer von Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen geprägten Landschaft. Der kleine Ort gehört heute zur Gemeinde Bestwig und hat seinen ländlichen Charakter bis heute bewahrt. Im Jahr 2020 wurden hier gerade einmal 24 Einwohner gezählt.
Die Geschichte des Ortes reicht mindestens bis in das frühe 15. Jahrhundert zurück. Um 1414 erscheint der Name „Grimelinchusen“ erstmals in einer historischen Quelle. 1427 wird der Ort als „Grimelinghusen“, 1431 erneut als „Grimelinchusen“ erwähnt. Den Ortsnamen deuten Sprachwissenschaftler sinngemäß als „bei den Häusern der Leute des Grimilo“.
Ein Grimlinghäuser Bürger in Kallenhardt
Aus dem Jahr 1436 ist uns sogar ein Mann namentlich bekannt, der möglicherweise aus Grimlinghausen stammte. In einer Urkunde von 1436 wird „Hinrich van Grymellinchusen, Bürger zu Kallenhardt“ genannt. In der Urkunde geht es um den Verkauf eines Freigutes,
Dass zwischen Grimlinghausen und Kallenhardt Verbindungen bestanden haben könnten, erscheint auch geografisch naheliegend. Noch heute gibt es in Grimlinghausen eine Kallenhardter Straße.
Bergbau am Schlebornbach
Die Bewohner Grimlinghausens lebten nicht ausschließlich von der Landwirtschaft. Auch der Bergbau spielte in der Umgebung bereits früh eine Rolle. In einer historischen Übersicht über Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen wird der Schlebornbach bei Grimlinghausen für die Jahre 1596, 1612 und 1668 genannt. Damit reichen die bergbaugeschichtlichen Nachweise bis in die Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg zurück.
Zweimal Grimlinghausen
Im Gebiet der heutigen Gemeinde Bestwig gab es früher gleich zwei Orte namens Grimlinghausen. Neben unserem Grimlinghausen bei Nuttlar trug auch der kleine Ort im Nierbachtal bei Velmede diesen Namen. Als 1975 die neue Gemeinde Bestwig entstand, wurde das zweite Grimlinghausen zur Vermeidung von Verwechslungen in „Nierbachtal“ umbenannt.

