Die Sage vom blauen Handschuh
Der Überlieferung nach wurde die Fürstenburg einst von Riesen erbaut, die mit harter Hand herrschten. Selbst Belagerungen fürchteten sie nicht, denn ihr tiefer Brunnen versorgte sie stets mit frischem Wasser.
Eines Tages entdeckte ein junger Hirte am Fuß des Berges eine Quelle. Als er zu graben begann, schoss Wasser hervor und ein Bach floss ins Tal. Gleichzeitig versiegte der Brunnen der Riesen. Ohne Wasser mussten sie die Burg aufgeben. Zuvor versenkten sie ihre Schätze im Brunnen und verschütteten ihn.
Beim Abstieg trafen sie den Hirten. Beeindruckt von seinem Mut ernannte ihn ihr Anführer – erkennbar an einem blauen Handschuh – zum Herrn des Berges. So wurde der Hirtenjunge zum ersten „Fürsten von Fürstenberg“. Aus Dankbarkeit soll seine Familie den blauen Handschuh ins Wappen aufgenommen haben.
(Sage frei nacherzählt nach Steinbach, „Sagen des Sauerlandes“)
Mit dem, was über die drei Burgen historisch bekannt ist, lässt sich gut nachvollziehen, wie diese Sage entstanden sein könnte. Allerdings kannte der Verfasser (oder die Verfasser) offenbar das tatsächliche Familienwappen nicht: Auch das älteste nachweisbare Wappen der Familie zeigt keinen blauen Handschuh, sondern zwei rote Balken auf goldenem Grund.
Archäologische Erkenntnisse
Untersuchungen der LWL Altertumskommission im Rahmen des Burgenprojekts bestätigten eine bereits zuvor bekannte jungsteinzeitliche Besiedlungsschicht. Sie gehört zur Michelsberger Kultur (4300–3600 v. Chr.).
Der erste Wall wurde vermutlich in der römischen Kaiserzeit (ca. 500 v. Chr.) ausgebaut.
Die Hügelgräber auf dem Fürstenberg sind seit spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt und heute als Bodendenkmäler ausgewiesen.
Weitere Informationen: Oldenburg auf dem Fürstenberg – LWL Altertumskommission https://www.altertumskommission.lwl.org/de/forschung/burgen/die-oldenburg-auf-dem-furstenberg/

