Text: Christel Zidi

Das Kloster Obermarsberg wurde im späten 8. Jahrhundert als Benediktinerkloster auf der Eresburg – dem heutigen Obermarsberg in Nordrhein-Westfalen – gegründet. Im Jahr 826 wurde es in das Kloster Corvey eingegliedert. Unter dem Namen „Propstei“ bestand dort über Jahrhunderte hinweg eine monastische Gemeinschaft, bis zur Aufhebung im Jahr 1803.

Erkenbert von Homburg ist der erste namentlich bekannte Propst dieser hochgelegenen Stätte. Im Jahr 1107 wurde er zum Abt des Klosters Corvey erhoben, einem der bedeutendsten Benediktinerklöster des Mittelalters. Mit seiner Amtszeit begann eine Phase von Spannungen zwischen Kloster und Bevölkerung.
Die genauen Ursachen der Unruhen sind nicht überliefert. In jener Zeit besaßen Klöster jedoch nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Macht: Sie forderten Abgaben, hielten Gericht und verlangten Frondienste. Diese Belastungen führten vielerorts zu Konflikten mit der ansässigen Bevölkerung. Auch in Marsberg kam es zu einem Aufstand gegen die Herrschaft des Klosters, Ausdruck eines wachsenden Widerstands gegen kirchliche Obrigkeit und des Strebens nach größerer Selbstständigkeit.

Abt Erkenbert rief zur Niederschlagung des Aufruhrs den Arnsberger Grafen Friedrich I. zu Hilfe. Dessen Truppen zerstörten die Befestigungen der Siedlung und beendeten den Widerstand gewaltsam. Die Ordnung wurde wiederhergestellt, die Spannungen blieben jedoch bestehen.

Foto oben: Stiftskirche St. Peter und Paul in Obermarsberg
von Südosten aus dem Naturschutzgebiet Wulsenberg aufgenommen
Foto_ Martin Lindner, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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