Mit dem Aufkommen der Reformation im 16. Jahrhundert gerieten Stift und Stadt in religiöse und politische Auseinandersetzungen. Propst Christoph von Esleve sympathisierte mit der lutherischen Lehre und führte ein aufwändiges Leben, das das Stift stark verschuldete – die Schulden beliefen sich auf rund 8.000 Taler. Da er sich der Gegenreformation unter Kurfürst Ernst von Bayern widersetzte, entsandte dieser 1617 Jesuiten nach Marsberg. 1620 trat Christoph von Esleve offiziell zum Luthertum über, heiratete Margarethe von Stockhausen und lebte mit ihr und ihren sieben Kindern in Kemnade bei Witten. Das Stift selbst blieb katholisch.

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Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Anlage stark in Mitleidenschaft gezogen. Zunächst nahmen kaiserliche Truppen dort Quartier, wenige Jahre später zerstörten hessische Soldaten große Teile der Gebäude. Unter Propst Ferdinand von Metternich begann der Wiederaufbau; 1671 war die neue Klosteranlage in schlichter H-Form südlich der Kirche vollendet.
Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1803 wurde die Anlage umgebaut. Ab 1805 dienten Teile der Gebäude neuen Zwecken. Heute werden einige der ehemaligen Stiftsgebäude als Pastorat und Pfarrheim genutzt.

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