Die Aufgaben der Ordensschwestern
Die vier ersten Nonnen im Kloster, die Abt Albert von Grafschaft 1513 eingeführt hatte, lebten im nach den Regeln des heiligen Benedikt. Ihre Namen sind überliefert: Drei trugen den Vornamen Margarete und hießen Beckers, Uden und von Rüden; die vierte war Gertrudis Beckers.
Die Schwestern von Odacker befassten sich vor allem mit der Krankenpflege. Zur Sicherung ihrer Existenz fertigten sie Handarbeiten, Stickereien und Paramente3 an und widmeten sich der Erziehung junger Mädchen, die man „Kostjüngfern“ nannte.
Einige der Schwestern kümmerten sich besonders um Landwirtschaft und Gartenbau, denn zum Kloster gehörten Acker und Weiden, ein Küchengarten, ein großer Gemüsegarten, fünf Fischteiche und ein Obstbaumhof. Von diesem stammte der seinerzeit regional bekannte Odacker-Apfe. Ein „Odacker-Apfel´“ ist durch eine Rechnung aus dem Jahr 1720 als lokale Apfelsorte des Klosters Odacker nachweisbar. Dieser galt als sehr schmackhaft, war aber vor allem zum Einlegen („Sültäpfel“) geeignet. Im Raum Iserlohn war er unter dem Namen „Audacker“ bekannt.
Heute ist der Odacker-Apfel verschwunden – doch wer weiß, vielleicht hat er in einem privaten Garten in der Nähe des ehemaligen Klosters „überlebt“.
Rezept für die Herstellung des Sültapfels:
„Gesunde Äpfel mit dicker Schale sehr gut reinigen. Im Januar in ein Faß mit reinem Wasser legen. Im Wasser einige Stücke Holzkohle. Sültappel sind im März genußfertig.“
Aus: „Baßmes Hof. Sauerländisches Dorfleben im 19. Jahrhundert“ von Wilhelm Kathol (Baßmes Willem).

