Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Dass Brilon im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Juristen hervorgebracht hat, hängt eng mit seiner historischen Bedeutung zusammen. Als Hauptort eines kurkölnischen Amtes war die Stadt über lange Zeit ein Zentrum von Verwaltung, Gerichtsbarkeit und städtischer Selbstorganisation. In einem solchen Umfeld entwickelten sich gebildete bürgerliche Familien, deren Söhne häufig eine juristische Ausbildung anstrebten – der klassische Weg in den Staatsdienst.
Nach 1816, als Brilon preußisch wurde, verstärkte sich dieser Trend. Die preußische Verwaltung war stark rechtsorientiert, und die juristische Laufbahn galt als sicherer Weg zu gesellschaftlichem Aufstieg. Zu den bekanntesten Briloner Juristen der Vergangenheit zählen der Historiker Johann Suibert Seibertz und Heinrich Eduard Pape, der Präsident des Reichsoberhandelsgerichts wurde. Beide stammten aus juristisch geprägten Familien. Auch Johann Georg Weishaupt, der Vater des Gründers des Illuminatenordens, stammte aus Brilon.
Die Familie Weishaupt
Der Name Weishaupt erscheint erstmals 1528 in einer Bürgerliste, damals noch in niederdeutscher Form. Erst nach 1650 setzte sich die heutige Schreibweise durch. Der letzte Briloner Namensträger war der Klempnermeister Peter Weishaupt, der 1845 ohne männliche Nachkommen starb.
Für das 16. Jahrhundert lassen sich die Abstammungslinien noch nicht sicher rekonstruieren. Erst mit Wessel Weishaupt, dessen Name 1634 in der alten Schützengesellschaft bezeugt ist, wird die Linie greifbar. Er war Küster und betrieb wohl zusätzlich Landwirtschaft.
Sein Sohn Johann Wessel, 1651 getauft, heiratete Anna Catharina Krüper aus einer angesehenen Briloner Familie, aus der Bürgermeister, Kämmerer und Kaufleute hervorgegangen waren. Das Paar hatte acht Kinder; der jüngste war Johann Georg Weishaupt. Wovon dessen Vater seinen Lebensunterhalt bestritt, ist nicht überliefert.
Bild oben: Albert Ludorff, gest. 1915, Public domain, via Wikimedia Commons

