Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Im Jahre 1896 erschien das Buch „Geschichtliches über Eslohe“ von Pfarrer Joh. Dornseiffer. In einem Kapitel ging es um die Gendarmen. Dazu schrieb er: „Wenn Menschen friedlich zusammen wohnen sollen, dann muss Ordnung herrschen; das Mein und Dein muss respektiert werden. Die absichtlich bestellten Wächter der sozialen Ordnung nennen wir ‚Gendarmen‘; sie haben vorzugsweise darauf zu sehen, dass die polizeilichen Vorschriften gehandhabt und die Delinquenten den ‚Unfug-Paragraphen‘ entsprechend behandelt bzw. in Numero ‚Sicher‘ gebracht werden.“

Auf einen dieser „Delinquenten“ ging der Pfarrer besonders ein: den Gendarmensohn Carl Wilhelm Tölcke, der später als Sozialdemokrat bekannt wurde. Pfarrer Dornseiffer zitierte Zeitungsnachrichten, in denen über Tölcke berichtet wurde:

In der Kölnischen Volkszeitung vom 5. März 1890, Nr. 63, 1. Blatt, heißt es:

»Wormbach bei Schmallenberg, 3. März: Der Pfarrer von Wormbach, Herr Rath, veröffentlicht folgende Erklärung: „In dem Wahlaufruf, in welchem der Sozialdemokrat Carl Wilhelm Tölle die Arbeiter des Wahlkreises zu seiner Wahl auffordert, spricht er u. a., um die Dummheit der Ultramontane[1]n zu beweisen, folgenden Satz aus: ›Ich erinnere nur an den großen Gelehrten, welcher in der Pfarrkirche zu Wormbach neben anderen Reliquien auch ein Gläschen mit ägyptischer Finsternis[2] seinen Gläubigen ausstellte.‹ Ich erkläre es für unwahr, dass ein solches Gläschen hier jemals ausgestellt worden sei, bis Herr Tölle beweist, wann und von wem solches gegeben ist.“

Die Mescheder Zeitung berichtete in Nr. 20 desselben Jahres:

„In voriger Nummer brachten wir einen Artikel unter Wormbach, 3. März, welcher eine Richtigstellung der Tölleschen Behauptung, in der Pfarrkirche zu Wormbach würde ein Gläschen ägyptischer Finsternis neben anderen Reliquien aufbewahrt und ausgestellt, enthielt. Für eine derart unsinnige Behauptung darf man nur ein mitleidiges Lächeln haben, sonst aber kein weiteres Wort darüber verlieren. Da aber den meisten unserer Leser die Tatsache, dass der Sozialdemokrat C. W. Tölle unser Landsmann, ein geborener Sauerländer, ist, unbekannt sein dürfte, so könnte eine kurze Beschreibung seines Lebenslaufes nicht uninteressant sein.

Foto oben: Blick auf Eslohe
Schäfer, Joseph [Nachlass] © LWL-Medienzentrum für Westfalen

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