C. W. Tölle ist im Jahre 1817 als Sohn des protestantischen Gendarmen Christian Tölle zu Eslohe geboren. Er wurde katholisch getauft, diente als Schulknabe mit Eifer und Freude dem damaligen Pastor Kramer in Eslohe zur heiligen Messe, kam später als Sekretär nach Altena, geriet im Revolutionsjahr 1848 in der Iserlohner Affäre mit der Polizei in Kollision und musste sich 13 Monate auf der Festung Wesel zur Abkühlung aufhalten.“
Wirklich abgekühlt hat Tölcke sich Zeit seines Lebens wohl nie, sondern er war stets ein leidenschaftlicher und hitziger Kämpfer. Das Verfahren wegen Hochverrats, weshalb er in Wesel einsitzen musste, endete übrigens mit einem Freispruch. Wegen angeblicher Unterschlagung von Auktionsgeldern erhielt er einmal eine Geldstrafe und wurde zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt – was sich später negativ auf seine politische Karriere auswirken sollte.
Zunächst folgten ruhigere Jahre. Tölcke, der 1844 geheiratet hatte, bekam mit seiner Frau Friederike Antonia Müller acht Kinder. Es gelang ihm, sich als Händler, Schriftsteller, Handlungsreisender, zuweilen auch als Arbeiter in Iserlohn eine neue Existenz aufzubauen.

scan (aus Sozialdemokratie im Wandel, S.27), Public domain, via Wikimedia Commons
Doch die Politik ließ ihn nicht los. In den 1860er Jahren schloss er sich dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) an und wurde 1865 dessen Präsident. Zeitweise war er einer der führenden Sozialdemokraten Deutschlands. Später wirkte er an der Vereinigung der Arbeiterparteien zur späteren SPD mit. Er gilt als „Vater der westfälischen Sozialdemokratie“.

