Wegen seiner scharfen Kritik an Kirche, Staat und der bestehenden Ordnung wurde er oft heftig angegriffen. Deshalb verwundert auch der weitere Artikel der Mescheder Zeitung nicht, den Pfarrer Dornseiffer in seinem Buch veröffentlichte:
„Wie sein Parteitreiben zeigt, ist T. noch heute der Alte, der trotz seiner 73 Jahre nicht zur Ruhe kommen kann, was übrigens leicht zu begreifen ist, wenn man sich eine Vorstellung von dem Gedankengang sozialdemokratischer Reformpläne und der Erzählung von einem Gläschen mit ägyptischer Finsternis macht, die verworren im Schädel dieses Reformators ihr Heim gehabt haben.“
Am 30.11.1893 starb Tölcke in Dortmund. Pfarrer Dornseiffer veröffentlichte in seinem Buch den Nachruf der Dortmunder Zeitung:
„[…] Zwar war Tölcke schon seit Jahren leidend und ein gebrechlicher Mann geworden, so dass er in der Öffentlichkeit (abgesehen von den Reichstagswahlen) seine Rolle nicht mehr spielte; aber wenn er hervortrat, so war sein Beginnen immer noch vom Feuer der Jugend diktiert, und wenn er sich, wie man zu sagen pflegt, in seinen politischen und Programmreden warm gesprochen hatte, so bekamen seine Worte Schwung und Kraft und schienen aus jugendlichem Herzen zu kommen.
Es war manchmal ein Vergnügen und eine Lust, den selbstgefälligen alten Papa reden zu hören von seinen früheren Taten, als er noch geglaubt hatte, es sei möglich, mit dem Schädel durch die Wand zu rennen und die Welt auf den Kopf zu stellen. Und wenn er damit eingestand, dass er von solchen Jugendtorheiten im Laufe der Jahre abgekommen und zu der Überzeugung gekommen sei, dass nur durch tiefe Organisation und Aufklärung der arbeitenden Klassen das soziale Elend gemildert werden könne, dann gab es viele Genossen, die mit dem Alten nicht mehr zufrieden waren und ihn gern beseitigt hätten. […] Mit dem Hingeschiedenen wird ein Mann zu Grabe getragen, der das Leben in mancherlei Gestalt durchkostet hat.“
Tölcke wurde auf dem evangelischen Friedhof in Dortmund beerdigt. „Landesvater“ Johannes Rau ehrte Carl Wilhelm Tölcke im Jahr 1988 in dessen Geburtsort Eslohe. Dort enthüllte er eine Bronzetafel zum Gedenken an den frühen Sozialdemokraten.
Tölckes Vater Christian war Protestant und Beamter. Lesen Sie hier, warum man ihn nach Eslohe entsandt hat:
Anmerkung: Der historische Originaltext wurde behutsam sprachlich und orthographisch modernisiert, um die Lesbarkeit zu erleichtern, ohne den Inhalt zu verändern.
Für seinen Familiennamen gibt es unterschiedliche Schreibweisen. In seiner Geburtsurkunde steht der Name Tölcke.
[1] „Ultramontane“ war im 19. Jahrhundert eine meist abwertend gebrauchte Bezeichnung für streng katholische, papsttreue Menschen und Politiker
[2] Tölcke verspottete damit den katholischen Reliquienkult. Mit der „ägyptischen Finsternis“ ist eine biblische Anspielung gemeint, die neunte der zehn Plagen Ägyptens im Alten Testament: eine andauernde Dunkelheit

