Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer heute den Fürstenberg zwischen Ense und Neheim besucht, trifft auf einen stillen, von Wald überzogenen Höhenzug. Alte Wälle und Gräben zeichnen sich im Gelände ab, auf dem Gipfel steht die Fürstenbergkapelle. Nur wenig erinnert daran, dass hier einst Befestigungen und Burgen standen und der Berg über Jahrhunderte Schauplatz politischer Spannungen und militärischer Auseinandersetzungen war.

Ganz anders erscheint dieser Ort in dem Beitrag „Der Fürstenberg“, den der Historiker Johann Suibert Seibertz 1822 veröffentlichte. Er bevölkerte den Berg mit Rittern und Grafen, erzählte von Burgen, Fehden, Angriffen, Gefangenschaft und wechselnden Bündnissen. Seibertz wusste jedoch, dass sich gerade die älteste Geschichte des Fürstenbergs nicht lückenlos aus Urkunden erschließen ließ. Deshalb griff er auch auf alte Überlieferungen zurück. An entscheidender Stelle macht er dies selbst deutlich: Unter die Erzählung von den angeblichen Anfängen der Familie von Fürstenberg setzte er die Fußnote – „So erzählt die Sage.“ Heute ist zudem bekannt, dass die Geschichte der Befestigungen auf dem Fürstenberg wesentlich weiter zurückreicht, als Seibertz annahm.

Die Oldenburg – eine uralte Befestigung

Lange bevor im späten 13. Jahrhundert die mittelalterliche Fürstenburg entstand, war der Fürstenberg bereits befestigt. Auf dem Berg liegt eine ausgedehnte Wallanlage, die heute als Oldenburg bezeichnet wird – als „alte Burg“.

Neuere archäologische Untersuchungen zeigen, wie alt diese Anlage tatsächlich ist. Teile der Befestigung reichen bis in die jüngere Eisenzeit zurück. Weitere Ausbauphasen folgten; der mittlere Wall wird wahrscheinlich in das späte 10. oder frühe 11. Jahrhundert datiert. Damit beginnt die Geschichte der Befestigungen auf dem Fürstenberg lange vor den Ereignissen, von denen Seibertz berichtet.

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