Ein Graf von Oldenburg?

Seibertz lässt die Geschichte der Familie von Fürstenberg mit einem Mann namens Theodorich beginnen, dem vierten Sohn eines Grafen Johann von Oldenburg, der gegen Ende des 11. Jahrhunderts gelebt haben soll. Von der Erbfolge ausgeschlossen, habe Theodorich nur jene Besitzungen erhalten, die sein Vater im Herzogtum Westfalen erworben hatte. Daraufhin habe er sich von seiner Familie getrennt und beschlossen, auf seinem westfälischen Besitz zu leben.

Für eine Burg, so Seibertz, habe sich der Fürstenberg geradezu angeboten. Begeistert beschreibt er die Lage des Berges und die weite Aussicht. Hier habe Theodorich mit dem Bau einer Burg begonnen und durch die Heirat mit einer Schwester des Grafen Hermann von Arnsberg seinen Besitz vergrößert.

Burg Oldenburg
Burg Oldenburg auf dem Fürstenberg
Johann Georg Rudolphi, Public domain, via Wikimedia Commons

Historisch belegen lässt sich diese Abstammung nicht. Bereits im 17. Jahrhundert wurde offenbar versucht, die als „Oldenburg“ bezeichnete Wallburg mit dem norddeutschen Grafenhaus von Oldenburg zu verbinden. Diese genealogische Konstruktion gilt heute als nicht haltbar. Möglicherweise lässt sich damit sogar nachvollziehen, wie die Sage entstand: Eine uralte Befestigung, deren ursprünglicher Name längst vergessen war, wurde irgendwann schlicht „Oldenburg“ – alte Burg – genannt. Später entstand die Erzählung von einem Theodorich, Sohn eines Grafen Johann von Oldenburg, der nach Westfalen gekommen und zum Stammvater der Fürstenberger geworden sei. Seibertz übernahm diese Überlieferung, kennzeichnete sie aber ausdrücklich als Sage.

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