Text: Christel Zidi
Beitrag mit erzählerischen Ergänzungen

Schmallenberg, im Jahre 1804

Franz Anton Balzer, genannt Schmale, blickte auf den Balken über sich. In das Holz war sein Name eingeschnitten – nur sein Name. Kein Hinweis auf Gertrudis, seine Frau, die drei Jahre zuvor gestorben war. Und doch war es ein Name, der weiterlebte: Neben ihm stand sein Sohn, ebenfalls Franz, gerade einmal sechs Jahre alt. Still hoffte der Vater, dass der Junge eines Tages sein Werk fortführen würde.

Das Haus, in dem sie standen, erhob sich auf altem Grund. Es war auf den Resten der Stadtmauer von 1244 errichtet, genauer auf dem Fundament eines sechseckigen Turms. Noch war die Ringmauer Teil der Stadt, doch Franz wusste, dass sich Schmallenberg ausdehnte. Einige Jahre später, ab 1812, würde man große Teile davon abtragen.

Für den Bau hatte er gutes Eichenholz schlagen lassen. Stark und widerstandsfähig sollte es sein, damit es die Zeiten überdauerte – so wie das alte Kernholz im Gewölbekeller. Dieses Holz stammte wohl aus dem 16. Jahrhundert. Der Keller selbst war einst als Lagerraum errichtet worden, zur selben Zeit wie die Mauer. Einige der alten Hölzer hatten nun sogar im Dach, im Kehlbalken, eine neue Verwendung gefunden.

Und dann war da noch der Schmalenhammer im Ohl. Franz erinnerte sich gut an das Jahr 1800, als die Nachricht vom Kloster Grafschaft gekommen war, die „Erlaubnis zum Bau eines Kleinhammers auf der Wiese aufm Ohl vorm Huckeisberg“. Er durfte dort eine kleine Hammerschmiede errichten und die Wasserkraft der Lenne nutzen. Wie hatten er und Gertrudis sich damals gefreut.

Foto: Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

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