Schmallenberg, im Jahre 1831

Vater und Sohn standen gemeinsam in der Schmiede: der schon leicht gebeugte 67-jährige Witwer und der kraftstrotzende 33-Jährige. Beide angesehene Bürger der Stadt Schmallenberg.

Beide waren sie Wappenschmiede – und ihr Handwerk war mehr als das bloße Formen von Metall. Im 19. Jahrhundert waren sie vor allem die Künstler im Metallhandwerk: Wappen wurden eingraviert, Helme, Schwerter und Schilde wurden kunstvoll verziert, und für wohlhabende Auftraggeber entstanden Prunkstücke von besonderem Wert. Sie veredelten Klingen, Griffe und Beschläge. Manchmal ging es auch nur um das Ausbessern und Auffrischen und Reparieren. Oft arbeiteten sie dabei mit Schmieden und Büchsenmachern zusammen.

Der junge Franz hatte inzwischen eine eigene Familie gegründet. 1823 hatte er Benedicta Bergenthal geheiratet. Gemeinsam planten sie nun die Zukunft – und die Erweiterung des Hauses.

Das Schmalen Haus hatte Bestand bewiesen. Selbst der große Stadtbrand von 1822, der fast ganz Schmallenberg zerstörte, hatte ihm wenig anhaben können. Nur einige Rußspuren erinnerten noch an die Flammen. Während der Großteil der Stadt in den Jahren danach nach einem einheitlichen, klassizistischen Plan neu aufgebaut wurde, blieb dieses Haus ein Zeugnis der Zeit davor. Zuerst wollen sie es nach Osten hin anbauen – auf dem alten Grund, der schon so viel überstanden hatte und der mit den beiden Wappenschmieden Eigner gefunden hatte, die das Haus zu schätzen wussten.

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Foto: Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Quellen

https://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=60355
https://www.schmallenberger-sauerland.de
www.matricula-online.de
www.archive.nrw.de

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