Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Die Magdalenenkapelle gehörte einst zum mittelalterlichen Damenstift St. Walburga in Meschede und nahm über Jahrhunderte eine besondere Rolle im geistlichen Leben der Gemeinschaft ein. Sie diente nicht nur als Begräbnisstätte, sondern vor allem als Ort des Gedenkens.
Eng mit ihrer Geschichte verbunden ist Äbtissin Jutta, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Stifts im frühen 13. Jahrhundert. Vermutlich stammte sie aus dem Umfeld der Grafen von Arnsberg. Unter ihrer Führung gewann das Stift wirtschaftlich und politisch an Bedeutung; zeitweise stand sie zugleich auch dem Stift Oedingen vor.
Während ihrer Amtszeit wurde die Erinnerung an frühere Äbtissinnen und insbesondere an die Stiftsgründerin Emhildis intensiv gepflegt. In einer Urkunde von 1209 bestätigte Jutta, dass bestimmte Einkünfte dauerhaft für die Anschaffung von Lichtern am Grab der „domina Emhildis“ bestimmt seien. Zudem gedachte man der ersten Äbtissin alljährlich am 6. Oktober in einer feierlichen Zeremonie.
Emhildis galt als Gründerin des Klosters. Sie entstammte vermutlich der Ricdagsippe, aus der später auch die Grafen von Werl und Arnsberg hervorgingen. Ihr Grab befand sich in der südlich der Kirche gelegenen Magdalenenkapelle.
Foto oben: Hans-Peter Grumpe, Foto-Archiv-Meschede

