Archäologische Untersuchungen ergaben, dass die Magdalenenkapelle später innerhalb des Kreuzgangbereichs lag; eine Urkunde aus dem Jahr 1315 erwähnt sie ausdrücklich. Offenbar war sie von den Klausurgebäuden umgeben und damit eng in den Alltag sowie in das geistliche Leben der Stiftsgemeinschaft eingebunden.

Die sterblichen Überreste der Gründerin wurden später in einem Sarkophag erneut beigesetzt. Eine Inschrift von 1603 bezeichnete Emhildis als „eine Herrin aus der Sippe der fränkischen Königin“.

Die alte Magdalenenkapelle wurde nach ihrer liturgischen Nutzung  noch einige Zeit als Wasch- und Backhaus genutzt, bevor das baufällige Gebäude 1920 abgerissen wurde. Nach der Säkularisation wurde das Grabmal zerschlagen; der Verbleib der Gebeine ist unbekannt.

Bei archäologischen Untersuchungen im Jahr 2003 wurden im Kircheninneren zwei Frauengräber entdeckt. Archäologin Alina Kottmann vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe hält es nicht für ausgeschlossen, dass eines davon mit Emhildis in Verbindung steht, ein eindeutiger Nachweis ließ sich jedoch nicht erbringen.

Ob die Magdalenenkapelle ursprünglich eigens als Grabkapelle für Emhildis errichtet wurde, bleibt ungeklärt. Sicher ist jedoch, dass sie bereits im Mittelalter eng mit dem Gedenken an Emhildis verbunden war und ihr Grab dort verehrt wurde.

St. Walburga mit Emhildiskapelle
Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

An Emhildis erinnert heute auch die 1965 errichtete Emhildiskapelle. Mit ihrem markanten Rundbau, der hohen Glasfassade und der gefalteten Dachform hebt sie sich bewusst von der historischen Stiftskirche ab und gilt als charakteristisches Beispiel sakraler Nachkriegsarchitektur.

Quellen:
Sauerländer Heimatbund: „Sauerland“ Heft 4/2004
Die Mescheder Geschichtssteine (Stadtmarketing Meschede)
https://www.meschede.de/fileadmin/Mediendatenbank/Downloads/Stadtarchiv/Stiftsgeschichte.pdf

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