Eine Nachricht zieht weiter
Kneblinghausen, Stockum und Höingen waren nur drei Glieder einer langen Kette. Ein Zeichen, das hier erschien, war zuvor schon über zahlreiche Stationen weitergereicht worden und wanderte anschließend weiter nach Westen. Dabei konnte eine Depesche eine Geschwindigkeit erreichen, die den Menschen damals geradezu unglaublich erschienen sein muss. Reiter und Postkutschen brauchten für solche Entfernungen Tage. Die optische Telegrafie konnte Nachrichten unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Stunden von Berlin bis in die Rheinprovinz bringen.

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Doch das technische Wunder hatte einen entscheidenden Gegner: das Wetter. Nebel konnte die Sicht auf die nächste Station nehmen, ebenso starker Regen oder schlechte Lichtverhältnisse. In der Dunkelheit funktionierte das System überhaupt nicht.

Im Sommer konnte die preußische Linie deshalb durchschnittlich nur etwa sechs Stunden, im Winter sogar lediglich drei Stunden am Tag genutzt werden.
Foto links:
Nachbau eines optischen Telegrafen auf der Napoleonshöhe bei Sprendlingen (Rheinhessen)
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Schon nach wenigen Jahren war die Technik überholt, überholt von der elektrischen Telegrafie, die weder freie Sicht noch Signalmasten auf den Bergen benötigte. Drähte übernahmen nun die Aufgabe, für die zuvor Telegrafisten mit Fernrohren den Horizont beobachtet hatten.
Claude Chappe – Pionier der optischen Telegrafie
Der Franzose Claude Chappe (1763–1805) entwickelte Ende des 18. Jahrhunderts mit seinen Brüdern ein System zur schnellen Nachrichtenübermittlung durch bewegliche Signalarme. 1794 ging die erste größere Linie zwischen Paris und Lille in Betrieb. Später umfasste das französische Netz mehr als 500 Stationen.
Schon seit der Antike nutzten Menschen Feuer, Rauch, Flaggen oder andere sichtbare Signale. Ende des 18. Jahrhunderts entstanden daraus ausgeklügelte Systeme der optischen Telegrafie. Besonders erfolgreich war Frankreich, wo schließlich mehr als 500 Stationen bestanden. Eine Nachricht konnte dort über 20 Stationen hinweg innerhalb von nur etwa zwei Minuten weitergegeben werden.
Quellen:
https://www.optische-telegraphie.de/38.html
https://www.optischertelegraph4.de/telegraphie/

