Kneblinghausen, Stockum und Höingen an der preußischen Telegrafenlinie

Telegraphen: Zeichen auf den Höhen

Telegraphen: Zeichen auf den Höhen

Eine Nachricht zieht weiter

Kneblinghausen, Stockum und Höingen waren nur drei Glieder einer langen Kette. Ein Zeichen, das hier erschien, war zuvor schon über zahlreiche Stationen weitergereicht worden und wanderte anschließend weiter nach Westen. Dabei konnte eine Depesche eine Geschwindigkeit erreichen, die den Menschen damals geradezu unglaublich erschienen sein muss. Reiter und Postkutschen brauchten für solche Entfernungen Tage. Die optische Telegrafie konnte Nachrichten unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Stunden von Berlin bis in die Rheinprovinz bringen.

Das Telegraphie-ABC
Bild: scan by –kandschwar, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Doch das technische Wunder hatte einen entscheidenden Gegner: das Wetter. Nebel konnte die Sicht auf die nächste Station nehmen, ebenso starker Regen oder schlechte Lichtverhältnisse. In der Dunkelheit funktionierte das System überhaupt nicht.

Im Sommer konnte die preußische Linie deshalb durchschnittlich nur etwa sechs Stunden, im Winter sogar lediglich drei Stunden am Tag genutzt werden.

Foto links:
Nachbau eines optischen Telegrafen auf der Napoleonshöhe bei Sprendlingen (Rheinhessen)
Foto: TIVGSG, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Schon nach wenigen Jahren war die Technik überholt, überholt von der elektrischen Telegrafie, die weder freie Sicht noch Signalmasten auf den Bergen benötigte. Drähte übernahmen nun die Aufgabe, für die zuvor Telegrafisten mit Fernrohren den Horizont beobachtet hatten.

Quellen:
https://www.optische-telegraphie.de/38.html
https://www.optischertelegraph4.de/telegraphie/

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