Text: Sabina Butz
Beitrag zu unserem Thema „Epochen“
Als Martin Luther 1517 seine 95 Thesen veröffentlichte, kritisierte er den Ablasshandel und weitere Missstände in der katholischen Kirche. Eine Spaltung der Kirche war weder beabsichtigt noch vorhersehbar. In den Thesen selbst griff Luther die Stellung des Papstes noch nicht grundsätzlich an.
Für das kurkölnische Sauerland (Herzogtum Westfalen) hatte die Reformation zunächst kaum direkte Auswirkungen. Unter den Kölner Erzbischöfen blieb das Gebiet streng katholisch. Städte wie Brilon, Arnsberg, Werl und Olpe folgten der Linie ihres Landesherrn. Es gab keine breite reformatorische Bewegung in der Bevölkerung.
Die Stadt Soest, die bereits 1531 evangelisch wurde, war für das Sauerland kein Vorbild, da sie seit der Soester Fehde (1444–1449) nicht mehr zu Kurköln gehörte.
Ein früher Reformversuch kam von Hermann V. von Wied, Erzbischof von Köln, der ab 1542 eine gemäßigte Reformation einführen wollte. 1546 wurde er jedoch aus allen geistlichen und weltlichen Ämtern entlassen. Das Sauerland blieb davon praktisch unberührt.
Deutlich spürbar wurde die Reformation erst im Truchsessischen Krieg (1583–1588). Der zum Protestantismus übergetretene Erzbischof Gebhard Truchsess von Waldburg löste einen erbitterten Konflikt aus, der auch das Sauerland traf.
Truppeneinmärsche, Plünderungen, Brandschatzungen und Einquartierungen führten zu schweren wirtschaftlichen Schäden. Kommunen, die Gebhard unterstützt hatten, wurden vom neuen katholischen Erzbischof Ernst von Bayern hart bestraft. So verlor Olpe zeitweise alle städtischen Privilegien.
Trotz dieser Unruhen blieb das Sauerland dauerhaft katholisch.
Die Gegenreformation verstärkte diesen Kurs: Vor allem der Jesuitenorden spielte eine Schlüsselrolle. Durch Schulen, Predigten und Bildungsarbeit festigten die Jesuiten den katholischen Glauben im Herzogtum Westfalen gezielt und wirkungsvoll.
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