Als Ostwig beinahe zum Industrieort wurde

Ostwig:  Pferde und ein Kamin, der niemals rauchte

Der Zusammenbruch

Während in Ostwig gebaut wurde, verschlang das gesamte Ramsbecker Unternehmen ungeheure Summen. Zeitweise sollen sich die Ausgaben auf rund 180.000 Taler im Monat belaufen haben. Trotzdem schien zunächst alles gutzugehen. Für 1854 wurde sogar ein Nettogewinn von 1,17 Millionen Francs ausgewiesen.

Nur wenige Wochen später folgte der Zusammenbruch. Das Unternehmen hatte Schulden in Millionenhöhe angehäuft. De Sassenay verschwand. Viele der erst kurz zuvor angeworbenen Bergleute und ihre Familien verließen die Gegend wieder. Hüttenbauten, Magazine und andere Projekte wurden eingestellt. Auch der riesige Fuhrpark wurde nicht mehr benötigt. Mehr als 200 Pferde wurden versteigert.

Für Ostwig bedeutete der Zusammenbruch das Ende eines Traums, der gerade erst Gestalt angenommen hatte. Große Teile der bereits begonnenen Anlagen wurden wieder abgetragen oder später anderen Zwecken zugeführt.

Oben am Steinberg steht noch heute der Rauchgaskamin der Friedrich-Wilhelm-Hütte. Er war für eine große Industrieanlage gebaut worden, die Ostwig verändern sollte. Doch aus diesem Kamin sollte niemals Rauch ziehen.

Quelle: Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, BR 0101, Nr. 1492


[1] In den historischen Akten als „Friedrich Wilhelms Hütte“ bezeichnet, wird in diesem Beitrag die heutige Schreibweise „Friedrich-Wilhelm-Hütte“ verwendet .

Seiten: 1 2 3 4 5

HeBuZi ist ein rein ehrenamtliches Projekt.

Seit Dezember 2025 recherchieren wir in unserer Freizeit die Geschichte des Sauerlands und veröffentlichen unsere Beiträge kostenlos und ohne Werbung.

Damit wir Hosting, Literatur, Domains und den weiteren Ausbau der Website finanzieren können, freuen wir uns über jede freiwillige Unterstützung – ganz gleich in welcher Höhe.

Vielen Dank, dass Sie helfen, regionale Geschichte lebendig zu halten.

Und so geht´s →