Text: Christel Zidi

Im Stadtteil Enste wurden im Jahr 2014 Überreste einer landwirtschaftlichen Siedlung aus der vorrömischen Eisenzeit entdeckt; jedoch geht die Geschichte Meschedes weit über diese Funde hinaus. 

Bereits im 8. Jahrhundert wurde mit der Hünenburg eine karolingische Wallburg errichtet, die der Stabilisierung der fränkischen Herrschaft diente. In unmittelbarer Nähe gründete Emhildis um 870 ein Damenstift, das bis ins Jahr 1804 bestand und als eines der wohlhabendsten in Westfalen galt. Die zugehörige karolingische Basilika, deren Westturm bis heute erhalten ist, wird als Kulturgut europäischen Ranges geschätzt. Auch die Michaeliskapelle auf dem Klausenberg stammt aus dieser Epoche. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Mescedi“ im Jahr 913. König Otto I. verlieh dem Stift im Jahr 958 das Markt- und Zollrecht, was zur Entwicklung eines bedeutenden Marktplatzes beitrug. In unmittelbarer Nähe entstand ein frühes Kirchspiel mit der Kirche „Mariä Himmelfahrt et St. Johanni“, das jedoch infolge der Säkularisation aufgegeben wurde.

Im 13. Jahrhundert errichteten die Grafen von Arnsberg die Planorte Eversberg und Grevenstein zur Sicherung ihres Territoriums gegen Köln. Meschede wurde erst 1457 zur Freiheit erhoben und trat 1572 der Hanse bei. Das 1581 errichtete Rathaus dokumentiert die wachsende Eigenständigkeit der Stadt. 

Der Mescheder Ortsteil Enste
Foto: Friedhelm Dröge, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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