Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Wer im Sauerland beim Wandern auf lange Erdwälle, tiefe Gräben, ringförmige Hügelstrukturen oder ungewöhnliche Geländeformen stößt, begegnet häufig den Resten historischer Befestigungsanlagen. Häufig handelt es sich dabei um Landwehren oder um sogenannte Schwedenschanzen.

Landwehren – mittelalterliche Schutzsysteme

Landwehren entstanden überwiegend im Spätmittelalter. In einer Zeit ständiger Fehden zwischen Adel, Landesherren und Städten dienten sie dem Schutz der Feldmarken von Kirchdörfern und Städten. Das Fehdewesen zielte auf die wirtschaftliche Schwächung des Gegners: Erntevernichtung, Brandstiftung und Viehraub waren verbreitet und schwer kontrollierbar.

Um diese Gewalt einzudämmen, versuchten die Landesherren das Gerichtswesen zu stärken. Seit dem späten 13. Jahrhundert waren Fehden ohne vorherige Anrufung der Gerichte zwar untersagt, doch erst 1495 setzte sich mit dem in Speyer verkündeten Ewigen Landfrieden und der Einrichtung des Reichskammergerichts ein allgemeines Fehdeverbot durch.

Typisch für Landwehren sind langgestreckte Wall‑Graben‑Systeme, die sich über viele hundert Meter oder sogar Kilometer durch die Landschaft ziehen und nur wenige, bewachte Durchlässe besitzen. Die Wälle waren oft mit dichten Hecken aus Schlehe, Weiß- und Schwarzdorn, Brombeere oder mit angepflanztem Buschwerk aus Eiche, Buche, Hainbuche und Haselnuss verstärkt. Sie sollten Überfälle, Viehdiebstahl und Plünderungen erschweren.

Foto oben: Wegesperre bei Schmallenberg-Schanze
Wolfgang Poguntke at German Wikipedia, CC BY-SA 2.0 DE via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2