Viele Landwehren lagen an alten Handelswegen oder Passübergängen. In Westfalen sind sie seit etwa 1300 nachweisbar.

Die wenigen Durchlässe an Hauptwegen waren durch Schlagbäume gesichert. Häufig standen dort auch Warttürme, also Wachtürme, die kontrollierten, wer sich einer Stadt oder Region näherte. Viele dieser Türme bestanden aus Holz oder Fachwerk auf steinernem Sockel und verschwanden im Laufe der Jahrhunderte durch Verfall, Steinraub oder Waldnutzung. Erhalten blieben meist nur massive Rundtürme wie die Donnersberger Warte, der sogenannte „Mäuseturm“ zwischen Obermarsberg und Giershagen, der später auch als Zoll- und Wegegeldstation diente.

Flur- und Straßennamen wie „Landwehr“, „Lanfer“, „Wart“ oder „Schlag“ weisen noch heute auf ihren Verlauf hin. Anhand solcher Namen konnten Forscher auch verschwundene Landwehrzüge rekonstruieren. Auf Luftbildern erscheinen die alten Gräben oft als lineare Bodenspuren. Insgesamt existierte in Westfalen ein regelrechtes Netz von Landwehren.

Schwedenschanzen – Befestigungen des 17. Jahrhunderts

Schwedenschanzen stammen meist aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ( 17. Jahrhundert). Es handelt sich um kleinere militärische Erdwerke mit Gräben, die vor allem als Verteidigungsstellungen oder Wegesperren an strategisch wichtigen Punkten dienten. Viele Anlagen erhielten ihren Namen erst später im Volksmund, auch wenn sie oft älter waren als die schwedische Kriegszeit.



Quellen:
R. Köhne, Landwehren im sauerländischen Rothaargebirge, Hochsauerlandkreis. Landwehren in Westfalen 3 (Münster 2018).
https://www.altertumskommission.lwl.org/de/forschung/landwehren/landwehren-im-sauerlandischen-rothaargebirge/
https://www.westfalen-regional.de/de/landwehren



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