Ein bedeutender Ort des Mittelalters

Die Ursprünge Hoppeckes reichen vermutlich bis in die Zeit zwischen 800 und 900 zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 1101. Damals bestätigte der Erzbischof von Paderborn, dass Hoppecke Teil einer Schenkung des Grafen Erpho von Padberg an das Kloster Flechtdorf war.

Im Mittelalter gehörte Hoppecke zu den bedeutenden Orten der Region. Als Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum des Klosters Corvey sowie als Kirchort nahm die Siedlung eine wichtige Stellung ein. So verwundert es nicht, dass auch die Päpste Hadrian IV. und Lucius III. dem Kloster Corvey die Einkünfte aus dem Kirchenzehnten von Hoppecke bestätigten. Der Kirchenzehnt war eine im Mittelalter übliche Abgabe, deren Erträge dem Kloster zustanden.

Verwüstung und Neubeginn

Im gesamten Sauerland und speziell im Briloner Umfeld setzte bereits um 1300 ein langsamer Prozess ein, bei dem zahlreiche kleinere Siedlungen aufgegeben wurden. Dieser Wüstungsprozess erreichte im 15. Jahrhundert einen Höhepunkt. Gründe waren Pestepidemien und der damit verbundene Bevölkerungsrückgang und die politischen Unruhen (z. B. die Soester Fehde), die die Menschen veranlasste in befestigten Städten Schutz zu suchen. Die Stadt Brilon hatte für die umliegenden Orte eine besondere Anziehungskraft.

Auch Hoppecke lag zeitweise wüst und wurde nur noch von wenigen Familien bewohnt, von denen viele den ärmeren Bevölkerungsschichten angehörten. Doch bereits wenige Jahrzehnte später begann der Neubeginn. Schon 1534 ist ein zugewanderter Ofengießer als einer der ersten neuen Einwohner nachweisbar. Im Schatzungsregister von 1536 werden zudem zwei „Meister“ sowie mehrfach die Familiennamen Schmelterß beziehungsweise Schmeltzer genannt. Vieles spricht dafür, dass die frühe Eisenverarbeitung maßgeblich zur Wiederbesiedlung des Ortes beigetragen hat.

Davon zeugt auch eine Beschwerde Briloner Bürger aus dem Jahr 1546. Sie beklagten den starken Holzeinschlag für die Köhlerei und die Eisenhütten des Hermann von Dorfeld. Der Bedarf an Holzkohle war enorm und zeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung das Eisengewerbe bereits damals für Hoppecke besaß.

Die Hoppecker Hütte gehört zu den ältesten Industriedenkmälern Westfalens. Sie entstand vor 1393 als Hammerschmiede und wurde spätestens ab 1505 als Eisenhütte betrieben. Hier entstanden kunstvoll gestaltete Ofenplatten und Wappentafeln, die weit über die Region hinaus bekannt waren.

Seiten: 1 2 3 4