Vom mittelalterlichen Gut zum Wasserschloss

Höllinghofen: Von „Haus und Dorf“ zum adeligen Gut

Aus den Berufsbezeichnungen der Steuerliste werden damit einzelne Menschen sichtbar, deren Arbeit zum täglichen Leben auf Höllinghofen gehörte.

Auch im weiteren 19. Jahrhundert begegnet Höllinghofen in den Kirchenbüchern nicht ausschließlich als Adelssitz. Hier lebten Familien, die mit dem Gut verbunden waren. Ein Beispiel ist die Pächterfamilie Schulte. Als 1852 Friedrich Schulte in Voßwinkel getauft wurde, vermerkte der Pfarrer bei seinem Vater Wilhelm den Beruf „Pächter“ und als Wohnort Höllinghofen. Auch eine erhaltene Archivakte nennt Wilhelm und Luise Schulte als Pächter in Höllinghofen.

Ein Schloss verändert sein Gesicht

Auch das Schloss selbst erzählt von den verschiedenen Epochen seiner Geschichte. Auf den ersten Blick wirkt die Anlage mit ihren Türmen, der bewegten Dachlandschaft und den Wassergräben wie ein mittelalterlicher Adelssitz. Doch dieser Eindruck täuscht: In seiner heutigen Gestalt ist das Schloss wesentlich jünger. Nach dem Brand von 1765 wurde das Herrenhaus auf den Grundmauern seines Vorgängers wieder aufgebaut.

Einen großen Umbau erfuhr die dreiflügelige Anlage 1865 im historistisch-romanischen Stil. Gerade diese Umgestaltung trägt wesentlich zu dem mittelalterlich anmutenden Erscheinungsbild bei. Weitere An- und Umbauten folgten 1924.

Foto: Machahn, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Anm.: Person aus Bild entfernt

Wassergräben, Teiche und der später gestaltete Landschaftspark geben Höllinghofen bis heute seinen besonderen Charme. So wirkt das Schloss auf eigentümliche Weise alt und verwunschen – obwohl vieles von dem, was sein heutiges Bild prägt, erst im 18., 19. und 20. Jahrhundert entstanden ist.

Ehemaliger Schlossgarten in Höllinghofen
Ehemaliger Schlossgarten in Höllinghofen
Postkartenverlag Josef Grobbel © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Höllinghofen erzählt nicht nur die Geschichte eines Schlosses und seiner adeligen Besitzer. Schon das mittelalterliche „hus unde dorg“ erinnert daran, dass hier immer auch Menschen lebten und arbeiteten – im Herrenhaus und auf dem Gut, als Bedienstete und Pächter und später auch auf der Höllinghofer Heide.

Wichtige Jahre:
1036 – mögliche erste Erwähnung („Hullikinghove“)
1402 – Urkunde nennt „hus unde dorg tot Höllinghofen“
1414 – Übergang an die Familie von Fürstenberg
1585 – Georg von Strünkede erbt das Gut
1601 – Wilhelm von Bayern erhält Höllinghofen
1657 – Tod Wilhelms von Bayern auf Höllinghofen
1749 – Verkauf an Friedrich Wilhelm von Droste zu Füchten
1754 – Erwerb durch Franz Wolfgang von Boeselager
1765 – Brand des Herrenhauses und Wiederaufbau
1865 – großer Umbau im historistisch-romanischen Stil
1924 – weitere An- und Umbauten

Quellen:
https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/urkunden_datenbank/
www.matricula-online.de

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