Adelige Herren auf Höllinghofen
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Höllinghofen mehrfach den Besitzer. 1414 gelangte es an die Familie von Fürstenberg, 1585 erbte Georg von Strünkede das Gut.
Ein besonders ungewöhnlicher Besitzer folgte 1601: Wilhelm II. von Bayern, ein unehelicher Sohn des Kölner Kurfürsten und Erzbischofs Ernst von Bayern und Gertrud von Plettenberg. Wilhelm führte später den Titel Freiherr von Höllinghofen, wurde Landdrost des Herzogtums Westfalen und trat schließlich in den geistlichen Stand ein. Als Fürstabt von Stablo-Malmedy gehörte er zu den hochrangigen geistlichen Würdenträgern seiner Zeit. Die Verbindung zu Höllinghofen blieb bestehen: 1657 starb Wilhelm II. von Bayern auf dem Gut.

Nach seinem Tod folgten weitere Besitzerfamilien, darunter die von Billeke, von Kinsky und von Kanitz. 1749 kam Höllinghofen an Friedrich Wilhelm von Droste zu Füchten und nur wenige Jahre später an Franz Wolfgang von Boeselager. Damit begann die lange Verbindung der Familie von Boeselager mit Höllinghofen.
1765 traf das Herrenhaus eine Katastrophe: Es brannte ab. Anschließend wurde es auf den vorhandenen Grundmauern wieder aufgebaut.
Die Menschen hinter dem Schloss
Auf Höllinghofen lebten über die Jahrhunderte Angehörige bedeutender Adelsfamilien. Einer von ihnen war sogar der Sohn eines Kurfürsten. Doch zum Gut gehörten ebenso Menschen, deren Namen in den meisten Quellen kaum eine Spur hinterlassen haben.
Einen seltenen Blick auf sie ermöglicht ausgerechnet eine Steuerliste von 1776. Für „Haus Höllinghoven“ verzeichnet sie einen Jäger, einen Hofknecht, einen Kutscher, einen Stallknecht, einen Hausknecht, eine Kammerjungfer und sieben Mägde – mindestens 13 Bedienstete.
Ihre Namen hielt der Steuerschreiber nicht fest. Für ihn war entscheidend, welche Tätigkeit sie ausübten und welcher Betrag dafür anzusetzen war. Dennoch verrät die Liste einiges über den Betrieb des Gutes: Pferde und Wagen mussten versorgt, Haus und Hof bewirtschaftet und die zum Besitz gehörenden Flächen betreut werden.
Einige Jahrzehnte später geben die Voßwinkeler Kirchenbücher einzelnen Beschäftigten einen Namen. 1808 starb Christian Kurze, der dort als „Förster des Hauses Höllinghoven“ bezeichnet wird. Zwei Jahre später verzeichnete der Pfarrer den Tod des etwa dreißigjährigen Heinrich Hockebrinck, „Gärtner und Kutscher auf dem Hause Höllinghoven“.

