Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
In einer flachen Mulde der offenen Hochflächenlandschaft liegt die kleine Hofanlage Hiege. Fast wirkt sie wie ein Ableger des kaum einen Kilometer entfernten Bödefelds. Und tatsächlich führen ihre geschichtlichen Wurzeln immer wieder dorthin zurück.
Zu einem Dorf ist Hiege allerdings nie herangewachsen. Bis heute besteht der Ort im Wesentlichen aus einer Hofanlage. Die Geschichte des Besitzes reicht jedoch viele Jahrhunderte zurück.
Die Anfänge
Schon der Name weist weit in die Vergangenheit zurück. „Hiege“ konnte früher eine Hecke oder Einfriedung bezeichnen. Gemeint war damit möglicherweise ein durch Hecken oder Gehölz abgegrenztes Stück Land.
Vermutlich bezeichnete „Hiege“ zunächst eher eine Flur oder einen Besitz als einen eigentlichen Wohnplatz. Erst später wurde daraus der Name des Gutes und schließlich des heutigen Schmallenberger Ortsteils.
Das Gut Hiege gehörte ursprünglich nicht zu Bödefeld, sondern zum Fredeburger Bereich. Bereits im 16. Jahrhundert wurde es offenbar von Bödefeld aus bewirtschaftet. Auf der Hiege selbst bestanden zu dieser Zeit wohl keine dauerhaft bewohnten Gebäude.
Die Bödefelder Richter
Im 16. und 17. Jahrhundert begegnet der Name Scharpe beziehungsweise Scharfe mehrfach unter den Bödefelder Richtern: Franz Scharpe, Eberhard Scharpe und später Jodokus, auch Jost oder Jobst Scharfe genannt.
Über Eberhard ist im Bödefelder Familienbuch vermerkt, dass er 1593 die Hiege kaufte, „die wohl zu dieser Zeit keine Gebäude mehr hatte“, und das Gut von Bödefeld aus bewirtschaftete.
Einige Jahrzehnte später war Jodokus Scharfe ebenfalls Richter in Bödefeld. Im Sterberegister wird er als „judex Bödefeldensis“, also als Richter zu Bödefeld, geführt. Zugleich erscheint dort der Hausname „Richters“.
Auch seine Tochter Gertrud wird in den Familienunterlagen als „Hauserbin Richters“ bezeichnet. In den folgenden Generationen ist der Richters-Hof durch Heiraten und Erbfälle mit den Familiennamen Förster, Schröder und schließlich Knipschild verbunden.
Foto: Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons

