Der Richters-Hof kommt auf die Hiege
Über Heirat und Erbfolge gelangte der Richters-Hof schließlich an die Familie Knipschild. Maximilian Knipschild, geboren 1818 in Bödefeld, wird in den Familienunterlagen ausdrücklich als „Hoferbe Richters“ bezeichnet.
1865 heiratete er Maria Theresia Gerke aus Herhagen. Im selben Jahr ließ er auf der Hiege „ein neues Wohnhaus errichten und verlegte seinen Wohnsitz dorthin“, wie es im Bödefelder Familienbuch heißt. Nach langer Zeit wurde die Hiege damit wieder zu einem bewohnten Hofplatz.
Der alte Hofname ging mit auf die Hiege. In Maximilian Knipschilds Sterbeeintrag von 1871 wird er als „Gutsbesitzer, genannt Richters auf der Hiege bei Bödefeld“ bezeichnet.
Maximilian starb bereits am 1871. Seine Witwe heiratete noch im selben Jahr Josef Stöber, einen Hoferben aus Brabecke. Damit kam der Name Stöber auf die Hiege und blieb dort über die folgenden Generationen. Noch immer heißt es „Der Richters-Hof auf der Hiege“ – bewohnt und bewirtschaftet wird von der Familie Stöber.
Ein alter Besitz mit einer jungen Hofstelle
Die heutige Hofstelle ist vergleichsweise jung, die Geschichte des Gutes reicht dagegen mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurück. Mehr als zweieinhalb Jahrhunderte wurde die Hiege offenbar von Bödefeld aus bewirtschaftet, bevor 1865 dort wieder ein Wohnhaus entstand. Der Name „Richters“ verbindet den kleinen Wohnplatz bis heute mit seiner langen Bödefelder Vorgeschichte.
Quellen:
Josef Lauber, Stammreihen sauerländischer Familien – Die Höfe und ihre Besitzer im Laufe der Jahrhunderte, Band VI, Teil 1.
Franz-Karl Nieder, Familienbuch für Bödefeld/Sauerland.
Matricula Online, Pfarrei Bödefeld, St. Kosmas und Damian.

