Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Wie alt die St.-Hubertus-Kirche in Helmeringhausen tatsächlich ist, lässt sich bis heute nicht sicher bestimmen. Über Jahrhunderte wurde an ihr gebaut, verändert und erneuert. Und auch über ihre Anfänge gibt es mehr als eine Geschichte.
Eine führt zurück in die Pestzeit des 14. Jahrhunderts, eine andere in die Zeit der Bauernkriege. Sicher wird die Spur erst im Jahr 1693: Aus dieser Zeit ist ein Rechnungsbüchlein der Kapelle erhalten. Spätestens damals besaß Helmeringhausen also eine eigene, dem heiligen Hubertus geweihte Kapelle.
Stein für Stein auf dem Rücken
Eine alte Überlieferung berichtet, die Kapelle sei in einer großen Notzeit erbaut worden. Die Dorfbewohner hätten gelobt, die Steine für den Bau selbst von den umliegenden Bergen herbeizutragen – Platte für Platte auf dem Rücken.
Bei Bauarbeiten im Jahr 1922 erhielt diese Erzählung einen bemerkenswerten Anhaltspunkt. Beim Durchbruch der Ostwand kamen große und schwere Schieferplatten zum Vorschein. Ihre Größe entsprach ungefähr dem, was ein kräftiger Mann hätte tragen können – je nach Platte und Kraft des Trägers etwa 30 bis 60 Kilogramm.
Woher der Schiefer stammt, ist unklar. Der nahegelegene Hilariusstollen, in dem zuletzt Erz, in früherer Zeit aber auch Schiefer gewonnen wurde, liegt nur rund 150 Meter von der Kirche entfernt. Ein Transport von dort wäre mühsam, aber denkbar. Auch die Gegend um Bigge kommt als Herkunftsort infrage, doch der Weg wäre deutlich länger gewesen. Belegen lässt sich keine der Vermutungen.
1955 kam beim Bau eines neuen Turmes ein weiterer Hinweis zum Vorschein. Über dem alten Eingang in der Westwand befand sich eine Schieferplatte mit der nur teilweise erhaltenen Jahreszahl „*710“, die als 1710 gedeutet wird. Ob sie sich auf einen Umbau, eine Reparatur oder einen anderen Vorgang bezog, bleibt offen.
Bild oben: © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE or Free Art License, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

