Von einer alten Dorfkapelle, schweren Schieferplatten und einem geretteten Altar

Helmeringhausen – – die wechselvolle Geschichte der St.-Hubertus-Kirche

1810: Die alte Kapelle war am Ende

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wird die Geschichte greifbarer. Am 26. Februar 1810 wandte sich der Helmeringhauser Schultheiß und Kapellenprovisor an den Großherzoglich Hessischen Kirchen- und Schulrat in Arnsberg. Die Hubertuskapelle war inzwischen so baufällig geworden, dass eine grundlegende Entscheidung anstand.

Statt einer kostspieligen Reparatur schlug man vor, die Kapelle vollständig abzubrechen und neu zu errichten. Der Landbaumeister Plaßmann in Arnsberg fertigte eine Zeichnung und einen Kostenanschlag für den Neubau an: 45 Fuß lang, 35 Fuß breit und 19 Fuß hoch, veranschlagt mit 1606 Talern. 1813 wurde der Neubau genehmigt. Die Arbeiten zogen sich über mehrere Jahre hin; die Chronik nennt dafür den Zeitraum von 1813 bis 1820.

Bereits um 1840 zeigten sich jedoch Schäden an dem noch jungen Bau. 1841 wurde eine Reparatur genehmigt, die unter anderem Arbeiten an den Innenwänden umfasste. Die Kapelle wurde weiß getüncht und wieder hergerichtet.

Vor dem Feuer gerettet

Eine ungewöhnliche Geschichte ereignete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Pfarrkirche St. Martinus in Bigge wurde 1888/89 erweitert. Ein barocker Seitenaltar hatte dort ausgedient und war nach der Überlieferung zum Verbrennen auf dem Osterfeuer bestimmt.

Dazu kam es aber nicht, denn Helmeringhauser Bürger retteten den Altar und brachten ihn in ihre eigene Kirche. Heute steht er in der St.-Hubertus-Kirche in Helmeringhausen – ein Kleinod in dem ansonsten eher schlichten, aber sehr harmonisch gestalteten Gotteshaus.

Foto: Winfried Henke

Vom alten Kirchenbestand blieben außerdem die Figuren der heiligen Maria Magdalena und des heiligen Johannes erhalten sowie eine teilweise vergoldete Silbermonstranz aus dem 17. Jahrhundert.

Der heilige Hubertus kommt erst 1901

Obwohl die Kapelle seit Jahrhunderten dem heiligen Hubertus geweiht war, scheint es lange Zeit weder eine Statue noch ein Bild ihres Schutzpatrons gegeben zu haben. Erst 1901 wurde eine Hubertusstatue angeschafft. Sie kostete 120 Mark und zeigt den Heiligen als Jäger mit einem Hirsch. Ein Teil der Mittel stammte aus Sammlungen der Dorfbewohner.

Die Kirche wächst wieder

Auch im 20. Jahrhundert blieb die Kirche nicht unverändert. 1922 wurde das rechteckige Gebäude um eine halbrunde Apsis und eine kleine Sakristei erweitert. 1955 folgte der neue Turm.

So ist die heutige St.-Hubertus-Kirche nicht das Werk einer einzigen Bauzeit. In ihr stecken Spuren verschiedener Jahrhunderte: die Erinnerung an eine Kapelle, die spätestens 1693 bestand, der Neubau des frühen 19. Jahrhunderts, spätere Erweiterungen und Ausstattungsstücke ganz unterschiedlicher Herkunft.

Und manches Rätsel hat sie sich bis heute bewahrt.

Quelle: Chronik Helmeringhausen von 1976 plus spätere Ergänzungen dazu.

Seiten: 1 2

HeBuZi ist ein rein ehrenamtliches Projekt.

Seit Dezember 2025 recherchieren wir in unserer Freizeit die Geschichte des Sauerlands und veröffentlichen unsere Beiträge kostenlos und ohne Werbung.

Damit wir Hosting, Literatur, Domains und den weiteren Ausbau der Website finanzieren können, freuen wir uns über jede freiwillige Unterstützung – ganz gleich in welcher Höhe.

Vielen Dank, dass Sie helfen, regionale Geschichte lebendig zu halten.

Und so geht´s →