Grimme arbeitete in Arnsberg, Brilon und Paderborn, zuletzt als Schulleiter des Theodorianum-Gymnasiums. Später war er Direktor des Gymnasiums in Heiligenstadt/Thüringen. Er war ein ausgezeichneter Pädagoge, dem es nicht nur um die Vermittlung von Wissen ging, sondern auch um die Bildung des Charakters. Viele seiner ehemaligen Schüler bestätigten, dass er „mit unendlichem Pläsier“ unterrichtete.

Als er mit 57 Jahren emeritiert wurde, zog die Familie zurück nach Münster – vor allem, um den Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Mit Erfolg: Sie wurden Semitist, Kunsthistoriker, Altphilologe, Germanist, Heimatforscher. Lange konnte Grimme seinen Ruhestand nicht genießen. Er starb schon zwei Jahre später an einem Herzschlag.

Grimme stärkte das Heimatgefühl der Menschen und trug es auch nach außen – etwa durch sein Buch Das Sauerland und seine Bewohner. Für ihn war das Sauerland nicht, wie Kaiser Karl gesagt haben soll, „ein sauer Land“, sondern „eine schöne, aber bucklige Welt“. In Was das Völkchen so treibt verewigte er die Sitten und Gebräuche der Bewohner, verriet Sauerländer Rezepte und wusste, was die feinen Damen in Arnsberg und Brilon zu jener Zeit trugen. Man könnte Grimme als Heimatpfleger und ersten Sauerländer Touristiker bezeichnen. Er gab dem Sauerland ein Gesicht.

Das Grimme-Denkmal in Assinghausen
Foto: Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

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