Nach dem Studium absolvierte er ein Probejahr als Lehrer für alte Sprachen und Germanistik am Gymnasium in Arnsberg.

1853 lernte er auf einem Schützenfest Emilie Düser kennen, die Tochter eines Druckereibesitzers. Die Briefe, die er in dieser Zeit an sie schrieb, gehören zu seinen schönsten lyrischen Werken.

Grimme ging die Beziehung sehr behutsam an. Im Gedicht Der erste Schnee ist das gut herauszuhören:

„Ich will zurücke stehn von meinem Fenster, liebliches Kind!
Wenn du gegenüber erscheinst an deinem Fenster
und auf die Straße blickst, gedankenmüßig.
Oder mit dem Finger in die Scheiben Blumen schreibst –
Namen noch nicht.
Ich will zurücke stehn und deinen Frieden nicht stören.“

(Foto: Grimme Museum Assinghausen)


Mit seiner zurückhaltenden Art hatte er Erfolg. Später schrieb er:

„Es ist nicht für die Basen. Es ist nicht für die Mütter. Was Neues sich begeben hat an einem Brückengitter. […] Doch wer mit mir beisammen war, weiß auf der Welt nur Eine. Und niemand hat’s vernommen, als nur der Sternenreigen und Sankt Johann von Nepomuk – und der versteht zu schweigen.“

Als die beiden sich verlobten, war Emilie 15 Jahre alt. Die Heirat fand fünf Jahre später statt. Ihre Liebe trug Früchte – in Form von insgesamt elf Kindern.

Die Grimme-Kinder (Foto: Grimme Museum Assinghausen)

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