Wie aus einer Köhlersiedlung ein Ferienort wurde

Föckinghausen,  das Walddorf

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Föckinghausen gehört zu den jüngeren Dörfern des Sauerlandes. Die kleine Siedlung auf den Höhen des Arnsberger Waldes entstand etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ihr Ursprung lag dort, wo die Menschen Arbeit fanden: mitten im Wald.

Der Grundbesitz gehörte dem Freiherrn von Lüninck zu Ostwig. Nach örtlicher Überlieferung ließ er Köhler und Waldarbeiter anwerben, um seine ausgedehnten Waldflächen zu bewirtschaften. Im 18. Jahrhundert stieg der Bedarf an Holz, Holzkohle und Pottasche erheblich. Vor allem die Eisenindustrie im Sauerland und im benachbarten Siegerland benötigte große Mengen Holzkohle für die Verhüttung von Eisenerz.

Die weitläufigen Wälder des Arnsberger Waldes boten dafür günstige Voraussetzungen. In Kohlenmeilern wurde das Holz zu Holzkohle verarbeitet. Auch das Kalkbrennen verschlang große Mengen Brennholz. Kalk wurde vor allem im Bauwesen zur Herstellung von Mörtel verwendet, zudem diente er als Desinfektionsmittel, beispielsweise in Ställen.

Die Arbeit der Köhler war hart und entbehrungsreich. Den Lebensunterhalt konnten viele Familien nur sichern, indem sie ihre Tätigkeit im Wald mit einer kleinen Landwirtschaft verbanden.

Geboren in „monte Vöckinghausen“

Als erster Föckinghauser ist im Kirchenbuch der zuständigen Pfarrei Velmede Carl Franz Kesting eingetragen. Der Sohn der aus Nuttlar stammenden Eltern wurde am 25. September 1781 geboren. Der Pfarrer hielt den Wohnort der Familie genau fest: „in monte Vöckinghausen“, also „auf dem Föckinghauser Berg“.

Bild oben: Stefan Didam – Schmallenberg, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Seiten: 1 2