Sieben Familien auf der Höhe
Zeitweise sollen sieben Familien in Föckinghausen gelebt haben. Zu ihnen gehörten auch die Familien Nolte und Knippschild, zwischen denen bald eine familiäre Verbindung entstand: Anna Maria Gertrud, die Tochter von Johann Nolte und Catharina geb. Köster, heiratete Wilhelm Knippschild.
Der Überlieferung nach erwarb die Familie Knippschild 1830 ein Gehöft vom Baron von Lüninck. Das Haus soll bereits 1746 errichtet worden sein und würde damit aus der Zeit stammen, in der auf der Höhe die allerersten Wohnplätze entstanden.
Anton Knippschild, ein Sohn von Wilhelm und Anna Maria Gertrud, war von Beruf Fuhrmann. Welche Güter er transportierte, ist nicht überliefert. Aber dass er gut beschäftigt war, kann man sich leicht vorstellen. In einer abgelegenen Waldsiedlung waren Fuhrleute unverzichtbar. Holz, Holzkohle und andere Erzeugnisse mussten ins Tal gebracht, Lebensmittel und Waren hinauftransportiert werden.
Die Holzkohle verliert ihre Bedeutung
Zunächst schien das Köhlerhandwerk eine sichere Zukunft zu haben. Doch mit dem Ausbau der Eisenbahn ab der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend.
Steinkohle aus dem Ruhrgebiet konnte nun kostengünstig und in großen Mengen transportiert werden und verdrängte die Holzkohle als wichtigen Energieträger der Industrie.
Gleichzeitig wandelten sich die Wälder. Die intensive Nutzung hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die traditionelle Niederwaldwirtschaft wurde zunehmend durch eine planmäßigere Forstwirtschaft abgelöst. Vielerorts entstanden Nadelholzbestände, insbesondere aus Fichten. Für die Köhlerfamilien bedeutete dies einen tiefgreifenden Umbruch. Das Handwerk, von dem Generationen gelebt hatten, verlor seine wirtschaftliche Grundlage.
Der große Brand
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Föckinghausen von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Nach der Orts- und Familienüberlieferung zerstörte ein Großbrand einen großen Teil der kleinen Siedlung. Die abgebrannten Gebäude wurden nicht wieder aufgebaut.
Für viele Bewohner gab es kaum noch Gründe zu bleiben. Während die traditionelle Köhlerei an Bedeutung verlor, eröffneten sich in den umliegenden Orten neue Erwerbsmöglichkeiten.
Von den ehemals sieben Familien* sollen schließlich nur Nolte und Knippschild geblieben sein. Die Bewohner mussten nun neue Wege finden, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dabei wurde ausgerechnet die Abgeschiedenheit des Ortes zu einem Vorteil.
Die Wandlung
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten immer mehr Menschen das Sauerland als Erholungslandschaft. Die Wälder, die den Bewohnern zuvor Arbeit und Einkommen geliefert hatten, wurden nun selbst zur Attraktion. Auch Föckinghausen entwickelte sich allmählich zu einem Ziel für Erholungssuchende.
Für das spätere Waldhaus ist überliefert, dass dort zunächst vor allem Waldarbeiter bewirtet wurden. Im Jahr 1922 erhielt der Betrieb eine Schankerlaubnis. Später kamen Feriengäste hinzu, und die Familie Knippschild entwickelte das ehemalige Gehöft schließlich zu einem Hotelbetrieb.
Damit hatte sich Föckinghausen innerhalb von kaum zwei Jahrhunderten grundlegend verändert: aus einer kleinen Waldsiedlung von Köhlern und Waldarbeitern wurde ein Ort, dessen Abgeschiedenheit nun Erholungssuchende anzog. Und bei allen Veränderungen blieb eine Konstante bestehen: der Wald.
Quellen:
Matricula-online.de
https://wifeld.jimdoweb.com/mein-dorf/familie-nolte-ist-angekommen
* Familien, die ebenfalls in Föckinghausen leben waren u.a. Aust, Dolle, Frigge, Kesting, Köster, Schlicht, Stockhauen, Stoer.

