Die Bergleute hatten sich geirrt

1786 begann am Silberberg eine neue Phase des Bergbaus. Die Betreiber hofften, auf Bleierz zu stoßen. Und so legten sie drei Jahre später das geförderte Erz dem Hofkammerrat Arndts zur Untersuchung vor. Bei einem Schmelzversuch stellte dieser fest, dass es sich gar nicht um Bleierz handelte, sondern um Spießglanzerz, aus dem Antimon gewonnen werden konnte.

Daraufhin wurde der Abbau zunächst eingestellt. In den folgenden Jahrzehnten nahm man den Bergbau zwar mehrfach wieder auf, doch kam er immer wieder zum Erliegen.

Ein alter Schacht und eine mächtige Eiche

1824 keimte neue Hoffnung auf. Caspar Rumpe, Bürgermeister von Altena, ließ die alten Gruben wieder zugänglich machen. Am 22. September 1824 erhielt die Bergwerksgesellschaft die Verleihung für zwei antimonerzhaltige Lagerstätten. Damit erscheint erstmals der Name „Casparizeche“, nach dem Vornamen des Bürgermeisters.

Bei der Untersuchung des Geländes entdeckte man in einer alten Schachtpinge den Stumpf einer mächtigen Eiche. Eine Pinge ist eine Vertiefung im Gelände, die durch früheren Bergbau entstanden ist. Dass an dieser Stelle bereits ein so großer Baum gewachsen war, deutete auf ein beträchtliches Alter der verlassenen Gruben hin.

Der bereits 1786 angelegte Stollen wurde wieder geöffnet und erweitert. Zunächst arbeiteten dort lediglich vier Bergleute. Sie erschlossen die Erzlager und förderten schließlich rund 6.000 Pfund aussortiertes Erz, das nach Altena transportiert wurde.
In Altena befand sich eine Antimonschmelze, die das Erz verarbeitete.

Ein Gebet vor der Einfahrt

Mit den ersten Erträgen verbesserte man die Einrichtungen der Zeche. Im Stollen entstand ein sogenannter Hundslauf, eine Förderstrecke für kleine Grubenwagen. Außerdem errichtete man ein Zechenhaus. Vor diesem stand ein großes Kreuz, an dem die Bergleute kurz vor der Einfahrt in den Stollen ihr Gebet sprachen.

Die Arbeit unter Tage war gefährlich, und die technischen Sicherungsmöglichkeiten waren mit heutigen Verhältnissen kaum vergleichbar. Das Zechenhaus bestand noch bis etwa 1936, bevor es abgerissen wurde.

Zehn Bergleute und neue Hoffnungen

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Bergbau weiter ausgedehnt. Am Glückaufstollen erschloss man zusätzliche Erzvorkommen. Am 30. Mai 1861 erhielt das neue Grubenfeld die Bezeichnung „Casparizeche II“. Inzwischen waren dort zehn Bergleute beschäftigt.

Der Abbau nahm deutlich zu. Allein zwischen 1863 und 1865 wurden rund 2.000 Zentner Roherz gefördert.

Weitere Stollen entstanden, darunter der Danielstollen und der Juliusstollen an der Ruhr. 1874 verlegte man die Antimonschmelze unmittelbar auf das Zechengelände am Glückaufstollen.

Doch die ergiebigen Vorkommen waren begrenzt. Die Fördermengen gingen zurück, und 1892 wurde der Betrieb wegen Erschöpfung der abbauwürdigen Erzlager eingestellt.

Was vom alten Bergbau blieb

Noch heute erinnern im Mühlmecketal Halden, Geländevertiefungen und die Spuren ehemaliger Stollen an die Zeit, als am Silberberg nach Bodenschätzen gesucht wurde.

Ob der von Brückmann überlieferte Hinweis auf Gold bei Arnsberg tatsächlich auf Funde in dieser Gegend zurückgeht, bleibt ungeklärt. Die Bergleute von Uentrop gewannen mit Antimon jedoch einen anderen Bodenschatz, der der Region für einige Jahrzehnte wirtschaftliche Bedeutung verlieh.

Quellen:
Oliver Glasmacher: Die Casparizeche bei Arnsberg-Uentrop.
Heinz Pardun: Die Caspari-Zeche in der Gemarkung Uentrop bei Arnsberg, Heimatblätter des Arnsberger Heimatbundes, Jg. 8 (1987
Anton Wilhelm Friedrich Arndts: Über den Bergbau auf Spiessglanz am Silberberge unweit Arnsberg im Herzogtum Westfalen, 1834.
Franz Ernst Brückmann: Magnalia Dei in locis subterraneis (1727/1730)

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