Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Etwa zweieinhalb Wegstunden nördlich von Nuttlar öffnet sich in einem abgelegenen Längstal des Arnsberger Waldes ein verborgenes Grubenfeld. Dort, wo die Eidmecke leise durch das Tal zieht, ziehen sich über mehr als vierhundert Schritt hangaufwärts Schachtpingen, Halden und die Reste eingestürzter Stollen – Spuren eines früher intensiven Bergbaus.

In den Klüften (= Risse und Spalten) der alten Gesteinsschichten lagert Antimoniterz, ein bleigraues Mineral, das einst in der Grube „Paßauf“ gewonnen wurde. Als „Spießglanz“ bezeichneten die Bergleute dieses Erz – die natürliche Form, in der Antimon im Gestein vorkommt. „Spießglanz“ war über Jahrhunderte ein begehrter Rohstoff, sowohl im Bergbau als auch in der Metallverarbeitung.

Antimon fand seit alters vielfältige Verwendung in der Metallurgie. Es diente der Reinigung von Gold, indem es Begleitstoffe band und abtrennte, und wurde Legierungen mit Zinn, Blei oder Kupfer zugesetzt, um deren Härte und Gießeigenschaften zu verbessern. In dieser Funktion war das Metall ein wichtiger Bestandteil handwerklicher und später industrieller Prozesse.

Während das Ende des Antimonabbaus in Nuttlar im Jahre 1874 gut dokumentiert ist, fehlen eindeutige Quellen zum Beginn der Förderung. Aufgrund vergleichbarer Bergbautätigkeiten in der Region ist jedoch von einer Aufnahme im 18. Jahrhundert oder früher auszugehen.

Heute erhebt sich am Fuß des Hanges eine sichelförmige Halde von etwa sechs Mann Höhe. Aus ihr tritt rostrot gefärbtes Wasser aus – eine Haldenquelle, in der chemische Verwitterungsprozesse bis heute fortwirken. Hier wandelt sich das Antimonit durch Oxidation allmählich zu gelbem Antimonocker.

Foto: Groman123 from Bestwig, Deutschland, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

Verwendete Meister Rham aus Arnsberg ebenfalls Antimon? Das können wir nicht sagen. Dafür wissen wir aber einiges über sein Leben: