Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Südwestlich von Wülfte bei Brilon steht das Forsthaus Möhneburg, ein repräsentativer preußischer Forstbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Sein Name jedoch lässt unweigerlich an eine mittelalterliche Burg denken – an Ritter, Grenzwächter und strategische Höhenposten. Doch stand hier tatsächlich jemals eine Burg?

Gab es eine Burg auf der Möhneburg?

Aus historischer Sicht wäre eine Befestigung an dieser Stelle durchaus denkbar. Im Mittelalter nutzte man bevorzugt markante Höhen, um Wege, Flussübergänge und Territorialgrenzen zu kontrollieren. Das Möhnetal lag zwischen dem kurkölnischen Sauerland und der Grafschaft Arnsberg – ein Gebiet mit strategischer Bedeutung.

Bislang wurde das Gelände jedoch nie systematisch archäologisch untersucht. Moderne Methoden wie Laserscans oder geophysikalische Prospektionen könnten künftig klären, ob sich unter dem Waldboden Spuren einer älteren Anlage verbergen oder ob der Name „Möhneburg“ erst in neuerer Zeit entstand.

Nach heutigem Forschungsstand spricht jedoch mehr gegen als für eine mittelalterliche Burg: Es wurden bisher keine Wall- oder Grabenreste, keine Mauerfundamente und auch keine Keramik- oder Metallfunde gefunden.

Natürlich können ältere Urkunden verloren gegangen sein. Doch die Frage bleibt offen, ob der Name Möhneburg auf eine historische Befestigung zurückgeht oder nur eine romantisierende Namensgebung des 19. Jahrhunderts darstellt.

Das Forsthaus Möhneburg

Historisch gesichert ist die Entstehung des heutigen Forsthauses: 1898 wurde es als preußischer Forstbau errichtet und diente dem Revierförster und seiner Familie als Wohn- und Dienstsitz. Der Bruchsteinsockel, das Fachwerk und die Zierelemente entsprechen der typischen Forstarchitektur jener Zeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man das Gebäude als Kinderheim. Heute befindet sich das ehemalige Forsthaus in Privatbesitz.

Foto: Forsthaus Möhneburg um 1915, Genau, Heinrich © LWL-Medienzentrum für Westfalen


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