Rohstoff für Schießpulver
In Canstein gab es im 17. und frühen 18. Jahrhundert Aktivitäten zur Gewinnung von Salpeter bzw. Salpetersäuresalzen, also den chemischen Verbindungen, die früher zur Herstellung von Schießpulver (Kaliumnitrat) gebraucht wurden. Die entsprechenden Verträge zur sogenannten Salpetersiederei aus den Jahren 1709 und 1727 sind im Cansteiner Archiv überliefert. Verpflichtet wurden darin Cansteiner Bürger, das Salpetersalz aus dem Boden zu gewinnen.
Salpeter entsteht aus organischen Abfällen wie Mist, Kompost, verrottetem Holz oder Knochen. Bakterien wandeln diese Stoffe über Nitratbildung zu Kaliumnitrat um, dem eigentlichen Salpeter. Salpeter war im 17. und 18. Jahrhundert ein strategisch wichtiger Rohstoff, der vor allem für Militär und Bergbau benötigt wurde.
Schloss Canstein war der Sitz eines Gerichtes, des sogenannten Patrimonialgerichts, das kleinere Vergehen wie Diebstahl, Waldfrevel, Wilddieberei und auch Schulversäumnisse der Kinder aburteilte.
In der Ortschronik von Canstein ist zu lesen, dass der Ort seinen Namen von dem „Dicken Stein“, dem Kanstein, hat, was so viel bedeutet wie „Stein an der Kante, an der Ecke“. Sprachforscher hingegen deuten den Ortsnamen als „Dohlenstein“. Wie auch immer, der Rabe – oder ist es die Dohle, eine kleinere Rabenart? – ist auch im Ortswappen abgebildet.
Quellen: Canstein.de und WOB 6 „Die Ortsnamen des Hochsauerlandkreises“

