Der Streit um Latrop

Im Jahr 1617 besichtigte Abt Gabelinus Schaffen das Tal. Bei Latrop entdeckte er Überreste alter Gebäude – sogar Spuren einer Kirche auf dem Gelände „Auf’m Kirchhof“, das bereits 1576 so genannt wurde. Manche vermuteten, dass hier während der Fehden Tote aus dem Lennegrund begraben worden waren.

Schaffen ließ den Wiederaufbau beginnen. Doch die Bürger von Schmallenberg widersetzten sich. Bewaffnet mit Armbrüsten, Hellebarden und Äxten vertrieben sie die Bauleute des Klosters.

„Es kam zum Prozess in Werl“, berichtete Poolmann. „Ein langer Streit, der von 1618 bis 1630 dauerte.“ Das Kloster berief sich auf eine Urkunde aus dem Jahr 1290, während die Schmallenberger alte Männer als Zeugen aufboten. Am Ende jedoch entschied das Gericht zugunsten des Klosters.

Ehemalige Mühle Halberstadt; 1739 als Eisenhammer errichtet;
seit 2003 befindet sich ein Waldarbeitermuseum in dem Gebäude
Foto: Stefan Didam – Schmallenberg via Wikimedia Commons

Nach diesem Urteil wurde Latrop neu aufgebaut: Viehställe, Wohnhäuser, ein Backhaus und ein Hammerwerk entstanden. Die Höfe wurden verpachtet, neue Familien siedelten sich an – darunter Holzhauer und Köhler aus der Eifel mit Namen wie Bräutigam, Conzen, Ochsenfeld und Kapun.

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