Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Anna Maria Margaretha Riese wurde 1739 geboren. Ihre Eltern waren der Ackersmann Wilhelm Riese und seine Frau Maria Catharina Schröer. Sie stammt aus einer alteingesessenen Familie aus Wennigloh bei Arnsberg.
Wennigloh war damals ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Die Siedlung lag an einer alten Verbindung zwischen Köln und dem Raum der mittleren Ruhr mit der kurkölnischen Residenzstadt Arnsberg. Trotz dieser Lage blieb der Ort über Jahrhunderte vor allem von Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Köhlerei geprägt.
Über Anna Margarethas Kindheit und Jugend ist nichts bekannt. Wie die meisten Frauen aus der ländlichen Bevölkerung hinterließ sie keine Briefe und keine persönlichen Aufzeichnungen. Wo sie arbeitete, wie sie lebte oder welche Hoffnungen sie für ihr Leben hatte, ist nicht überliefert. Erst mit etwa 30 Jahren fällt sie durch einen Taufeintrag auf, denn sie bekam ein uneheliches Kind.
Der Sohn des Junkers
Am 8. August 1769 wurde in Sundern Anna Margarethas Sohn Caspar Heinrich getauft. Der Taufeintrag ist ungewöhnlich: Zunächst wurde als Vater ein Soldat namens Franz Engelhard eingetragen, der Name dann aber durchgestrichen. Danach wurde als Vater Bernardus Casparus de Kleinsorge aus Schüren vermerkt. Ein Mann aus einer völlig anderen gesellschaftlichen Schicht als Anna Margaretha.
Bernhard Caspar Philipp von Kleinsorgen, geboren 1738 auf Haus Schüren bei Calle, war Junker und Erbe des Gutes. Er blieb unverheiratet und starb 1772 in Stadtberge, dem heutigen Obermarsberg. Sein Sohn war damals noch keine drei Jahre alt.
Welche Beziehung zwischen Anna Margaretha Riese und Bernhard von Kleinsorgen bestand, lässt sich nicht mehr feststellen. Ob es eine Liebesbeziehung war, nur eine kurze Begegnung, oder ob sie seine Mätresse war, lässt sich nicht feststellen.
Bemerkenswert ist, dass die Verbindung des Jungen zur Familie seines Vaters damit offenbar nicht abriss. Caspar Heinrich wuchs nach den überlieferten genealogischen Angaben in Stadtberge auf und wurde später Förster der Herren von Kleinsorgen auf Gut Schüren. Er führte schließlich den Namen Riese genannt Kleinsorge.
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