Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung
Der Schultenhof Wulstern gehört zu den ältesten belegbaren Hofstellen des Kirchspiels Remblinghausen. Seine Geschichte lässt sich über mehr als fünf Jahrhunderte anhand von Urkunden, Lehnsbriefen und Gerichtsakten verfolgen. Damit zählt er zu den wenigen Bauernhöfen der Region, deren Entwicklung vom ausgehenden Mittelalter bis in die Neuzeit nahezu lückenlos dokumentiert ist.
Die früheste bislang bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1481, als ein Wilhelm von Wulstern genannt wird. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Hof jedoch bereits als namengebende Hofstelle, sodass von einem deutlich älteren Ursprung auszugehen ist. Vieles spricht dafür, dass Wulstern bereits im Mittelalter als Schultenhof eine zentrale Stellung innerhalb der Grundherrschaft des Stifts Meschede einnahm.
Der Hof als Verwaltungszentrum
Als Schultenhof war Wulstern weit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb. Er bildete den Mittelpunkt eines Verwaltungsbezirkes der Grundherrschaft des Stifts Meschede. Von hier aus wurden Abgaben eingezogen, Frondienste organisiert und die zum Hof gehörenden Hufengüter verwaltet.
Bemerkenswert ist, dass diese Besitzungen keineswegs unmittelbar um den Hof lagen. Dem Fronhof Wulstern waren Hufengüter in Sellinghausen, Henneborn, Bödefeld und Herhagen zugeordnet. Die verstreute Lage verdeutlicht die weit verzweigte Organisation der mittelalterlichen Grundherrschaft, deren Verwaltungsbezirke nicht den Grenzen einzelner Dörfer folgten.
Lehnbriefe, Güterverzeichnisse und weitere Urkunden des Stifts Meschede dokumentieren diese besondere Stellung über mehrere Jahrhunderte und belegen die kontinuierliche Bedeutung des Hofes.
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