Streit um die Leibeigenschaft in Westernbödefeld

Der Droste am Schüttelpott

Text: Christel Zidi
Beitrag mit ausschließlich faktenbasierter Darstellung

Der Weg zum Schüttelpott in Brabecke war für die Bauern der Umgebung mehr als nur der Weg zu einem Pranger. Hier wurde sichtbar, wer Macht besaß und wer sich ihr zu fügen hatte. Nach der örtlichen Überlieferung wurde dort im Jahr 1669 auch der Droste von Westernbödefeld festgebunden. Hinter diesem Vorfall verbarg sich jedoch weit mehr als die Bestrafung eines einzelnen Hofinhabers.

Die Vorladung

Der Dreißigjährige Krieg traf auch Westernbödefeld schwer. Höfe wurden verlassen oder zerstört, Bewohner flohen oder starben, Felder verwilderten. Nach dem Krieg kamen neue Familien in den Ort und übernahmen wüst gewordene Hofstellen.

Das hatte Folgen für die Besitzverhältnisse. Alte Grenzen waren teilweise nicht mehr eindeutig nachvollziehbar, und nicht immer war klar, welche Grundstücke zu welchem Hof gehörten.

Am 27. November 1669 wurden die Westernbödefelder Hofinhaber[1], die zum Haupthof Köttinghausen gehörten, nach Brabecke vorgeladen. Dort mussten sie zu Protokoll geben, welche Flächen sie bewirtschafteten und welche Abgaben sie bislang geleistet hatten.

Ihre Aussagen vermitteln zugleich ein anschauliches Bild davon, wie stark der Krieg den Ort verändert hatte. Jost Rickers war mit seinen Eltern nach Westernbödefeld gekommen und hatte einen wüst gewordenen Hof übernommen. Hans Becker stammte aus Ramsbeck. Der Inhaber des Plebs-Hofes war erst 1668 zugezogen; auf seinem Hof stand nicht einmal mehr ein Gebäude, sodass er noch in einem Haus auf dem Sande wohnte. Hovelmann, mit Schreibnamen Volmer, kam aus Altenilpe. Klagges hatte zuvor viele Jahre Kriegsdienst geleistet. So wurde das Protokoll nicht nur zu einem Güterverzeichnis, sondern zugleich zu einem aufschlussreichen Zeugnis der Nachkriegszeit.

Foto:  Westernbödefeld, ca. 1950.Postkartenverlag Josef Grobbel Copyright © LWL-Medienzentrum für Westfalen

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